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Fair gehandelte Rosen mit Liebesbotschaften verteilen Minze Karoll, Marie-Louise Herrmannn und Tanja Unger am Donnerstag an ihre Mitschüler. Mit Aktionen wie diesen will die Realschule Gauting Fairtrade-Schule werden.

Auf dem Weg zur Fairtrade-Schule

Realschule setzt voll auf fairen Handel

Die Realschule Gauting möchte Fairtrade-Schule werden. Für dieses Zertifikat muss sie sich würdig erweisen. Eine Woche lang haben die Schüler Zeichen gesetzt. Auch der Valentinstag kam ihnen gerade recht.

Gauting – Ein Meer von rosa Rosen: 410 fair gehandelte, langstielige Blumen hatten Verbindungslehrerin Marie-Louise Herrmann und ihr Schülerteam gestern auf ihrem Wagen. Den Mitschülern in allen 36 Klassen der Gautinger Realschule überreichen Tanja und Minze (16), beide elegant auf feuerroten High Heels, zum Valentinstag Blumen mit kleinen Liebesbotschaften. Die Rosen-Aktion läuft im Rahmen der Fairtrade-Woche an der Schule.

„Love is in the Air“ – mit diesem Liebessong werden am Valentinstag Aula und Klassenräume beschallt. Für die Aktion in der Fair-Trade-Woche hatten Marie-Louise Herrmann und ihr Schülerteam im Vorfeld keine Mühen gescheut. „In den Pausen haben wir Grußkarten mit aufgedruckten Motiven verkauft“, erzählt die Verbindungslehrerin. Mit dem Verkaufserlös ordert die Pädagogin die fair gehandelten Rosen. Als elegant gekleidete „Liebesboten“ überraschen Maximilian im schwarzen Anzug, Chris im blütenweißen Hemd sowie Tanja und Minze, beide in schwarzen Outfits mit wippendem rotem Herz-Paar im langen Haar, ihre Mitschüler mit den Liebsbotschaften.

Jelena, genannt Jeli (6c), erhält gleich vier Rosen samt Grußbotschaft. Eine Karte hat ein Mitschüler geschrieben, die anderen stammen von drei Freundinnen, verrät Jeli: „Ich wusste nicht, dass ein Junge für mich schwärmt. Elias freut sich ebenfalls über die Rose mit der Liebesbotschaft. „Von meiner Freundin“, verrät der 15-Jährige. Jojo (16) strahlt: Von einer Fünftklässlerin hat die Schülersprecherin eine handgeschriebene Lobeshymne erhalten.

Die Aktion zum Valentinstag ist nicht die einzige in der Fairtrade-Woche. „Sauber und gut erhaltene Kleiderschätze“ tauschen die Schüler in den Pausen. Und im Mehrzweckraum präsentiert Ethik-Lehrerin Sandra Sander den Realschülern eine provokante Plakat-Ausstellung des Eine-Welt-Netzwerks Bayern. Im Foyer an den Pinnwänden hängen praktische Vorschläge der Realschüler zum verbesserten „ökologischen Fußabdruck“ – und was man selbst dafür tun kann: „Weniger heizen, weniger Auto fahren, mein eigenes Fahrrad benutzen, weniger fliegen, mehr Bioprodukte kaufen, weniger Fleisch essen, Klamotten kaufen, die nicht von Kindern gemacht wurden“ – und „mich selbstständig bewegen“, sind einige Beispiele praktischer Tipps. Eine Schülerin kommentiert die Tatsache, dass Ernestina in Ghana mit sieben Menschen auf 15 Quadratmeter leben muss, mit der klaren Erkenntnis: „15 Quadratmeter für so viele Personen sind zu wenig.“

Von Christine Cless-Wesle

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