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Das Leben in Gauting zur Römerzeit veranschaulichen die zwei Schautafeln am Ende des Reismühler Weges, die dieser Tage eingeweiht wurden. 

Pulttafeln der Gesellschaft für Archäologie am Ortsausgang erinnern an das historische Erbe

Römisch-keltische Geschichte in Wort und Bild

Für die Gesellschaft für Archäologie Gauting ist ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Zwei Pulttafeln erinnern am Ortsausgang Richtung Reismühle an die römische Geschichte des Ortes.

Gauting Nicht mit Tüchern, sondern mit Holz waren die beiden Schautafeln zunächst verdeckt, die am Ortsausgang von Gauting, nicht weit weg von der historischen Reismühle, an die Geschichte des Ortes zu römischer Zeit erinnern. Karl-Ludwig Hebler, Vorsitzender der Gesellschaft für Archäologie und Geschichte oberes Würmtal, und Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger schoben die Holzbretter zur Seite und gaben den Blick frei auf die geschichtlichen Informationen: Auf der einen Tafel wird der keltisch-römische Vicus (Siedlung) „Bratananium“ in Text und Bildern erklärt, auf der zweiten das Gräberfeld vor der Reismühle, der Brandopferplatz bei der Holzschleif.

„Sie decken die Wurzeln unserer Geschichte auf“, dankte die Bürgermeisterin den Mitgliedern der Gesellschaft für ihr Engagement. Mit den beiden Tafeln würden die Erkenntnisse aus archäologischen Grabungen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des archäologischen Vereins hatte die Gemeinde die Schautafeln für insgesamt 2300 Euro anfertigen lassen.

An den von Grafik-Designerin Maja Zorn gestalteten Tafeln können sich Passanten über das Leben zur Römerzeit informieren, erklärte Karl-Ludwig Hebler. Kreisheimatpfleger Gerhard Schober hat auf der Tafel Richtung Ortsmitte eine genaue Skizze angefertigt: Die eigentliche Straßenstation der römerzeitlichen Siedlung mit großer Markthalle und kleiner Badeanlage beidseits der heutigen Reismühler Straße lag auf Höhe des heutigen Freibads. Ein freier Platz, das Forum, wurde seit 1951 schon in mehreren Grabungen nachgewiesen. Bereits 1936 war an der heutigen Adresse Reismühler Weg 2, wo jetzt die Gedenktafel „Bratananium“ steht, ein römisches Tonkruglager entdeckt worden. Und bei der Magdalenenstraße 31 fanden Archäologen damals eine weitere römische Badeanlage. Die neueste Entdeckung hat Schober ebenfalls in seine Illustration aufgenommen: 2016 hat Archäologe Stefan Mühlemeier bei Grabungen wegen eines Neubaus den alten Trassenverlauf der Römerstraße nachgewiesen. Demnach kamen die Römer auf Höhe des heutigen Römerstegs über die Würm. An der Hangkante, am Knotenpunkt Buchendorfer Berg, stieß die Trasse von Brigantium (Bregenz) auf die Römerstraße Augsburg-Salzburg.

Auf großes Interesse der Vereinsmitglieder stieß das Bild eines Springlöwens. Am Brandopferplatz auf Höhe des Reit- und Fahrvereins an der Holzschleif hatten Archäologen das seltene Stück 1984 entdeckt, erläuterte Hebler. Ein Löwen-Paar zierte ursprünglich eine am Brandopferplatz freigelegte Offiziersstandarte. Alt-Bürgermeister Dr. Ekkehard Knobloch hatte damals vergoldete Repliken in Original-Größe anfertigen lassen. Es gebe noch Rest-Bestände, sagte die Bürgermeisterin Zugunsten archäologischer Forschungen sollen die Repliken demnächst verkauft werden .

Von Christine Cless-Wesle

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