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Rund 200 Demonstranten jeder Altersgruppe beteiligten sich an der Demonstration auf der Hubert-Deschler-Straße zum Klimatag in Gauting. 

„Reden istSilber, was tun, ist Gold“

Rund 200 Teilnehmer bei Klima-Demo in Gauting

Zur Kundgebung des Gautinger Klimaschutzbündnisses fanden sich etwa 200 Demonstranten in der Nähe des Bahnhofs zusammen. Auch eine Pfarrerin war dabei.

Gauting – „Auf vieles, womit ich groß geworden bin, müssen wir verzichten, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen. Denn wir haben nur diese eine Erde.“ Mit dem Appell „Wir müssen handeln!“ eröffnete Bettina Steinert die Kundgebung des Klimaschutzbündnisses in Gauting. Mehr als 200 Teilnehmer jeden Alters versammelten sich Punkt „fünf vor zwölf“ vor der Freilicht-Bühne auf der gesperrten Hubert-Deschler-Straße beim Bahnhof.

Beim Klimaschutz sei es in der Tat „fünf vor zwölf“, betonte Jugendbeirat Tarek Luft. „Warum muss alles in Plastik verpackt werden? Warum müssen arme Menschen und ihre Kinder in armen Ländern unter unserem Konsum leiden? Warum sind die Preise für den ÖPNV so hoch?“: Es gebe so viele Fragen, sagte Veronika Klaus vom Gautinger Organisationsteam. Doch auf „mutige Maßnahmen warten wir schon lange“, so die junge Mutter.

Weil die Eltern mit ihrem Nachwuchs nicht zu den „Fridays-for-Future“-Großdemonstrationen in München reisen wollten, hatte das Organisationsteam um Bettina Steinert eine eigene Veranstaltung auf die Beine gestellt. Mit selbst gemalten Transparenten, auf denen „Hände weg vom Bannwald!“ stand oder „Bewusstseinswandel statt Klimawandel“ gingen die Teilnehmer auf die Straße. Als Warm-up bat Laura Franke, Tochter der Grünen-Landtagsabgeordneten Anne Franke, alle Erwachsenen, sich auf den kalten Straßenboden zu kauern – um wie ein Baum zu wachsen und Wurzeln zu schlagen. Ergänzend gab es winzige Schösslinge von der gefällten mächtigen Eiche an der Großbaustelle am Gautinger Park-and-Ride-Platz.

„Fürchtet Euch nicht!“ Mit Worten aus dem Neuen Testament forderte Pfarrerin Andrea Borger die Gautinger dazu auf, ihren Planeten zu schützen und etwas fürs Klima zu tun. „Es ist fünf vor zwölf“, rappte die Jugendgruppe von Yannis vorn auf der Bühne, denn: „Es geht zu viel ums Geld: Wir müssen uns bewegen, sonst ham wir keinen Regen – und es wird fünf nach Zwölf“. „Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle“, erläuterte auch Tarek Luft sein Credo. Der Jugendbeirat hat am Freitag im Rahmen des Klimabündnisses „Fridays for Future“ eine eigene Ortsgruppe angemeldet. „Wir müssen im Landkreis und in der Ortspolitik aktiver werden“, betonte Tarek Luft unter Applaus.

Mit einem weit aufgespannten „Netz der Diversität“, in dem eine Puppe lag, demonstrierte Gautings Bund-Naturschutz-Vorsitzende Ellen Hacker, wie durchlöchert unsere Lebensgrundlagen schon sind. „70 Prozent unserer Insektenmasse sind schon weg“, zitierte sie aus einer aktuellen Studie der TU München. Vögel oder Fledermäuse hätten keine Nahrung mehr. Im Landkreis Starnberg seien derweil schon ein Hektar Land verplant – für Bauvorhaben, Gewerbe oder Kiesabbau. „Reden ist Silber. Was zu tun ist Gold“, appellierte schließlich Schülerin Emily. Die Energieversorgung gehöre bis 2035 in kommunale Hand, forderte nicht zuletzt der Grünen-Bürgermeisterkandidat Hans-Wilhelm Knape bei dieser Gelegenheit.

von Christine Cless-Wesle

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