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Der Orienthelfer Christian Springer (Mitte) sagt Danke an Bürgermeister Dr. Brigitte Kössinger und den Gautinger Feuerwehrmann Hans Haslberger. 

„Orienthilfe“ erhält Spende aus Gauting

Feuerwehrauto leistet humanitäre Hilfe

Damit Waldbrände in Syrien bekämpft werden können, spendeten die Gautinger Feuerwehrler einen ausgemusterten Einsatzwagen an den Verein „Orienthilfe“. Bald wollen zwei Vereinsmitglieder das Fahrzeug nach Syrien abtransportieren. 

Gauting – Katastrophale und menschenunwürdige Verhältnisse herrschen nach wie vor in den Flüchtlingscamps im Libanon, berichtet der Gautinger Feuerwehrmann Hans Haslberger. Bei zehn bis 15 Feuerwehreinsätzen in den Lagern pro Tag fehle es den Löschgruppen an Ausrüstung. Um Menschenleben zu retten, übergab Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger der „Orienthilfe“ das ausgemusterte Gautinger Löschgruppenfahrzeug als Spende. Dankbar und erfreut nahm Vereinsgründer Christian Springer den Schlüssel in Empfang.

Bereits zwei ausgemusterte Feuerwehrfahrzeuge haben die Gautinger dem Verein Orienthelfer gestiftet, erinnerte die Bürgermeisterin bei der Übergabe. Das ausgemusterte dritte Fahrzeug, Baujahr 1997, war schon im Internet zum Kauf angeboten worden, denn es habe geheißen, in die Krisenländer Libanon und Syrien dürfe nichts mehr eingeführt werden. Doch Feuerwehrmann Haslberger, der seit Jahren für die Orienthilfe vor Ort ehrenamtlich im Einsatz ist, habe den Gemeinderat davon überzeugt, dass nach wie vor Feuerwehrautos benötigt würden und eingeführt werden dürfen.

Seit Januar 2014 sind zwei andere Feuerwehrautos in Syrien im Einsatz

Syrische Flüchtlinge, die in Zeltlagern der bergigen Gemeinde Rechmaya untergebracht sind, bräuchten Hilfe, betonte Kössinger. Die bereits gelieferten Feuerwehrautos, ein Rüstwagen und ein Kleinlöschfahrzeug, leisteten seit Januar 2014 ihre Dienste in der zerstörten syrischen Stadt Aleppo.

„Wenn einer hingefallen ist, hilfst ihm auf“, habe ihm seine Mutter, eine Obst- und Gemüsehändlerin, schon als Bub eingebläut, erläutert Kabarettist Christian Springer. Seit Ausbruch der Syrienkrise 2012 leiste er humanitäre Hilfe vor Ort. Außer den Gautinger Feuerwehrautos habe er auch schon ein von FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß gestiftetes Feuerwehrfahrzeug ins syrische Kriegsgebiet transportieren lassen. Bei einem russischen Angriff sei das Rettungsauto bombardiert, die Helfer dabei getötet worden. Das im Jahr 2013 vom früheren bayerischen Umwelt- und Verbraucherminister Dr. Marcel Huber gestiftete Fahrzeug der Feuerwehr Ampfing sei noch heute im Einsatz.

Springer: Das Löschfahrzeug sei wegen Waldbränden unverzichtbar

Das dritte Feuerwehrfahrzeug aus Gauting werden Haslberger und sein Feuerwehrkamerad Holger Hack nach Rechmaya transportieren. Dort lebten 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge in Lagern, sagt Orienthelfer Springer bei einer Gesamtbevölkerung Libanons von vier Millionen Menschen. Umgerechnet würde das 30 Millionen Flüchtlinge in Deutschland entsprechen. Da ständig Waldbrände auf die Camps übergriffen, sei das Löschfahrzeug unverzichtbar. „Der Ruf nach Soforthilfe ist riesengroß“, bestätigt Haslberger. Die Infrastruktur in den Camps mit Hygiene- und Wassermangel sei katastrophal. Und inzwischen sei das Medieninteresse am Nahost-Konflikt erlahmt, bedauert Springer. Deshalb sei er froh, dass die Gautinger Feuerwehrler Haslberger und Hack so Außerordentliches leisteten.

Das gespendete Fahrzeug aus Gauting wird über Triest verschifft: Vor Ort, in Rechmaya, weisen die Gautinger ihre dortigen Kameraden ein: „Wir verständigen uns auf Englisch, mit Händen und Füßen“, erklärt Haslberger lachend.  

von Christine Cless-Wesle

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