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Ab Herbst verteuert sich in Gauting die Mittagsbetreuung.

Mittagsbetreung

Beitragserhöhung in zwei Schritten

Die Mittagsbetreuung in Gauting soll in Schritten teurer werden. Von Herbst 2021 an ist in einer ersten Stufe eine Erhöhung um etwa zehn Prozent vorgesehen, eine zwei folgt 2022. Der Gemeinderat entscheidet nächste Woche final über die neuen Elternbeiträge.

Gauting – Den Sparzwang von zehn Prozent in Gauting bekommen auch Familien zu spüren: Nach kontroverser Debatte beschloss der Haupt- und Finanzausschuss des Gemeinderats am Dienstagabend, dass die seit fünf Jahren unveränderten Elternbeiträge für die Mittagsbetreuung der Grundschulkinder in Gauting und Stockdorf vom kommenden Schuljahr an angehoben werden – ebenfalls um zehn Prozent. Fünf Tage pro Woche mit Kinderbetreuung bis 16 Uhr kosten dann statt bisher 120 Euro monatlich 132 Euro. Eine weitere Erhöhung soll zum Schuljahr 2022/23 folgen. Der Beschluss fiel in namentlicher Abstimmung mit einer Mehrheit von 8:5 Stimmen. Mit Nein votierten die Grünen sowie Eberhard Brucker (SPD) und Stephanie Pahl (MiFü 82131).

Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger erinnerte an die fünfjährige Beitragsstabilität und die aktuellen Haushaltsberatungen mit allgemein zehn Prozent Einsparung bei den freiwilligen Leistungen. Die Verwaltung hatte zudem eine Vergleichsliste mit den Gebührensätzen anderer Gemeinden erstellt, wonach Gauting für die Vollbetreuung mit den neuen Werten ungefähr gleichauf mit der Nachbargemeinde Neuried liege. Dafür „ermöglichen wir mit der Mittagsbetreuung bis 16 Uhr beiden Eltern die Berufstätigkeit“ im hochpreisigen Gauting, betonte Stephan Ebner (CSU), der selbst Vater einer kleinen Tochter ist. Ebner schlug sogar eine Monatsgebühr von 140 Euro vor. Familien, die knapp bei Kasse seien, „müssen wir aktiv darauf hinweisen, dass wir sie über unsere Sozialstiftung unterstützen“.

„Nicht sofort ein Schlag ins Kontor“, ergänzte Michael Vilgertshofer (CSU) und schlug einen „Zwei-Stufen-Plan“ vor. Erhöhung auf maximal 132 Euro in diesem Jahr und auf 140 Euro im nächsten Jahr. „Im Vergleich zu anderen Gemeinden haben wir ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“, sagte Dr. Michaela Reißfelder-Zessin (Grüne) und hielt eine Zehn-Prozent-Erhöhung auf maximal 132 Euro für machbar. Für Familien seien die Zeiten schwierig, hielt Eberhard Brucker dagegen und zitierte den Psychologen und Paartherapeuten Wolfgang Schmidbauer, wonach durch den Lockdown die Kindeswohl-Gefährdungen „um 20 bis 30 Prozent zugenommen“ hätten. Da solle die Gemeinde den Druck auf Familien nicht noch weiter erhöhen.

„Wir stellen ja auch die Immobilien zur Verfügung und zahlen die jährliche Steigerung der Personalkosten,“ gab Michael Vilgertshofer zu bedenken. „Mich schmerzt, dass familienpolitische Entlastungen der Bundesregierung auf kommunaler Ebene wieder genommen werden“, bedauerte Jens Rindermann (Grüne) den Spardruck. Doch „ohne lange Zettel“ solle die Haerlinsche Sozialstiftung Eltern, die in Not sind, niederschwellig unterstützen. Die Stiftung helfe bereits unbürokratisch, finanziere Kinder-Mittagessen oder Schulsachen, versicherte Kössinger. Das letzte Wort hat nächsten Dienstag der Gemeinderat.

Christine Cless-Wesle

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