Präsentierte seine Kunstwerke Radlern, Spaziergängern und Autofahrern an der Planegger Straße: „Herr Groxi“, zu erkennen an seinem Markenzeichen, der bunten Wollmütze.
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Präsentierte seine Kunstwerke Radlern, Spaziergängern und Autofahrern an der Planegger Straße: „Herr Groxi“, zu erkennen an seinem Markenzeichen, der bunten Wollmütze.

Ungewöhnliche Ausstellung

Bunte Hingucker am Gartenzaun

Der Würmtaler Künstler, der seine Werke nach Gautinger Quadratmeter-Grundstücks-Preisen verkauft und sich „Herr Groxi“ nennt, zog am Wochenende mal wieder die Blicke auf sich. Mit „Kunst am Gartenzaun“.

Gauting – Ein mehrschichtiges, farbenfrohes Gemälde einer abstrakten, weiblichen Figur mit einem winzigem Strich am Hals: „Perlenkette Grün“ nennt der Künstler mit dem Pseudonym „Herr Groxi“ sein Werk. Als „Kunst am Gartenzaun“ präsentierte das Würmtaler Urgestein, bekennender Anhänger des Malers Georg Baselitz, am Wochenende wieder mal seine Großformate. Im Liegen hergestellt, lehnten sie für die Öffentlichkeit am Zaun gegenüber des Gautinger Friedhofs. Ein paar Schritte entfernt vom Gartenhaus-Atelier des Künstlers, der seinen echten Namen nicht verraten möchte. Radler und Spaziergänger bewunderten oder kommentierten die witzigen Werke an der Planegger Straße.

„Groxi“ bezeichnet sich selbst als „Maler, Bildhauer, Musiker und Philosoph“ – alles „unter einer Mütze“. Denn die ist sein Markenzeichen: eine handgestrickte, bunt geringelte Wollmütze. Der 59-jährige Würmtaler arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten in besagtem Gartenhäuschen und stellt gerne gleich in der Nähe aus. Am sonnigen Samstag hielten einige Autofahrer extra an, um die Groxi-Werke aus der Nähe zu betrachten. Über manche Kommentare wie „Das kann ja auch meine Vierjährige“ amüsierte sich der Künstler. Er vertritt ohnehin die Meinung: „Kunst ist alles Quatsch, aber der schönste, größte.“So hatte er es bei der Vernissage seiner Kunstausstellung 2017 im Gautinger Rathaus formuliert.

Groxi trägt seine Farbschichten in der Regel im Liegen auf die Großleinwand auf. So entstand auch das großartige Werk mit meerblauer Grünschicht und Zitronen-Klecksen. „Das war schon mal ein Bild“, erzählte der Künstler. Aber einen Teil der Schicht habe er wieder weggekratzt. Sind sie fertig, kommen die Bilder in einen Holzrahmen. „Meine Kunst passiert einfach“, betonte der Maler, der auch mit der Kettensäge arbeitet und Holzlaternen und -skulpturen kreiert. Ein Großformat mit Blümchen, das der Künstler bei seiner Gartenzaun-Ausstellung präsentiert, erinnert an die bunten Aufkleber der Pril-Flaschen, die im Westdeutschland der 1970er-Jahre Kühlschränke dekorierten. Zu entdecken gab es auch das abstrakte weibliche Antlitz mit blauem Auge, „das ich heute zum ersten Mal aufgestellt sehe“, wie Groxi sagte.

Der humorvolle Würmtaler Tausendsassa, der auch Schlagzeug spielt, verkauft seine geschichteten Großformate des „kontrollierten Schmierens“ übrigens nach Gautinger Quadratmeter-Grundstücks-Preisen: So kam Groxis Gemälde „Das Mädchen ohne Perlenohrring“ nach der Rathaus-Kunstausstellung 2017 als Neuerwerb in den Gautinger Gemeindebesitz.

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