1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Gauting

Erasmus-Projekt der Paul-Hey-Mittelschule leidet unter Pandemie

Erstellt:

Kommentare

Unterwegs in Sachen Erasmus: Schüler der Paul-Hey-Mittelschule in Gauting.
Unterwegs in Sachen Erasmus: Schüler der Paul-Hey-Mittelschule in Gauting. © privat

Die Gautinger Mittelschule zieht eine Bilanz nach fast drei Jahren. Das Thema des Erasmus-Plus-Projekt „Neue Medien in demokratischen Gesellschaften“ ist aktueller denn je.

Gauting – Als die Schüler einer 8. und einer 9. Klasse der Paul-Hey-Mittelschule im Herbst in ihr zweieinhalb Jahre dauerndes Projekt starteten, konnten sie kaum ahnen, welche Aktualität es schon bald erhalten sollte. Sie durften teilnehmen am europäischen Erasmus-Plus-Projekt „Nemesis– New Media in Democratic Societies“. Doch erst nach der Auftaktveranstaltung im Herbst 2019, zu der fünf Gautinger Schülerinnen und Schüler nach Odense in Dänemark reisten, zeigten sich die Dimensionen der Corona-Pandemie und der Einfluss, den soziale Medien auf die Meinungsbildung haben sollten. Aktueller konnte das Thema „Neue Medien in demokratischen Gesellschaften“ kaum sein, wie die Bilanz zeigt.

Auf das Projekt selbst wirkte sich die Pandemie natürlich auch aus. Der Auftaktbesuch in Dänemark fand noch wie geplant statt. Die Gautinger Schüler waren bei dänischen Familien untergebracht, erlebten den Schulalltag dort und arbeiteten in internationalen Gruppen am Projektthema, bei dem es darum ging, wie sich Schüler und Eltern über Aktuelles informieren. Teil des Programmes war auch der Besuch eines TV-Nachrichtensenders, das Kennenlernen von Odense, der Heimatstadt von Hans Christian Andersen und ein Besuch in Kopenhagen. Die Schüler aus fünf Nationen verständigten sich auf Englisch und obwohl die Paul-Hey-Schule, die einzige Mittelschule in dem Projekt war, überzeugten die Gautinger mit guten Englischkenntnissen und kreativen Ideen. „Die englische Sprache war der Schlüssel zum gegenseitigen Kennenlernen“, stellten die Schüler in ihrem Abschlussbericht fest.

Gegenseitige Besuche wurden erschwert oder konnten gar nicht stattfinden

Doch bald nach der Rückkehr war klar: Gegenseitige Besuche der teilnehmenden Schüler aus Deutschland, Norwegen, Dänemark, Portugal, Slowenien und der Slowakei wurden erschwert oder konnten gar nicht stattfinden. Das nächste Treffen sollte in Gauting stattfinden. Ein Termin zur Oktoberfestzeit musste verschoben werden, und in der Vorweihnachtszeit mussten die Dänen, Norweger und Slowenen, die schon auf gepackten Koffern saßen, ihre Reise wegen der in bayern hohen Infektionszahlen kurzfristig absagen. Die Slowaken und Portugiesen reisten aber an und kamen bei Gastfamilien unter. In kleinerem Kreis beschäftigte sich die Schüler in Workshops mit dem Thema „Real News – Fake News“. Sie befassten sich mit Deep Fakes, also gefälschten Videos.

Im März 2022 reisten fünf Schüler mit zwei Lehrern aus Gauting an die Partnerschule in Mortágua, im Herzen von Portugal. Das Thema, über das sich die internationalen Gruppen bereits vor der Reise ausführlich informierten, war der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Eigentlich sollten in Portugal die Unterschiede der Berichterstattung analysiert werden. Doch da in der Zwischenzeit der Krieg ausgebrochen war, erstellten die Schüler in internationalen Gruppen Nachrichtenvideos, in denen sie zum Beispiel darauf eingingen, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi die neuen Medien nutzt, wie in Russland die Arbeit der freien Presse unmöglich gemacht wird und wie schnell man Opfer von falschen Informationen werden kann.

Für die Gautinger Schüler war nach den vielen internationalen Kontakten klar: „Wir entdeckten so viele Gemeinsamkeiten. Wir werden auch weiter Kontakt halten.“  mm

Auch interessant

Kommentare