Mitglieder des Gautinger Kunstvereins stehen im Foyer des Gautinger Rathauses anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Frust und Freude“.
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Eine Schau in Corona-Zeiten: Mitglieder des Kunstvereins Gauting zeigen ihre Kunst unter der Überschrift „Frust und Freude“ im Gautinger Rathaus. Besucher sind nach Anmeldung im Rathaus zugelassen.

„Frust und Freude“ im Gautinger Rathaus

Die Ausstellung zum Lockdown

„Frust und Freude“: Diese beiden elementaren Kennzeichen des Lebens haben die Mitglieder des Gautinger Kunstvereins zum Motto ihrer Schau im Rathaus gewählt.

Gauting – „Danke für Ihren Mut“, sagte Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger bei der Vernissage mit nur zwei Dutzend Personen im Rathausfoyer. Denn am Freitagabend, kurz vor dem Teil-Lockdown, hatte der gerade neu gewählte Vorstand des Kunstvereins um die Künstlerin Jane Höchstetter die erste Mitgliederausstellung auf die Beine gestellt. Unter dem Titel „Frust und Freude“ entdecken angemeldete Rathausbesucher noch bis 19. November kleine, feine Werke, wie etwa die zum Schmunzeln animierende Illustration „Wer nicht lachen kann, muss weinen“ von Bernd Wiedemann.

„Auch wenn ein kleiner Virus uns zur Begrenzung mit Publikum zwingt, lassen wir uns die Freude an dieser Ausstellung nicht nehmen“, sagte Kössinger. Denn die Künstlerinnen Jane Höchstetter, Sabine Karmazin und Urja Burkhard, die nun an der Spitze des Kunstvereins stehen, setzten ein positives Signal. „Sie geben dem traditionsreichen Gautinger Kunstverein wieder eine Zukunft“, freute sich Kössinger.

Sie bedauerte es, dass die für diesen Herbst von dem Gautinger Fotokünstler Michael Nguyen und Bernd Wiedemann geplante „Internationale Foto Week“ Corona zum Opfer fiel. „Das wäre ein Highlight für Gauting gewesen.“ Eventuell schaffe es ja die neue Vereinsleitung, diese Schau nach Gauting zu holen. Jedenfalls freue sie sich sehr auf die „kreative Zusammenarbeit“ mit dem neuen Vereinsvorstand. Mit der aktuellen Ausstellung „Frust und Freude“ zeigten die Mitglieder, „wie viele Talente in Gauting beheimatet sind“. Deshalb „lassen wir den Frust heute Abend hinter uns“, forderte die Bürgermeisterin.

In ihrer unnachahmlich improvisierenden Art dankte Höchstetter der Bürgermeisterin, ihrem Amtsvorgänger Bernd Wiedemann und dessen Vize Iris Rampf mit Blumengebinden einer japanischen Floristin aus Stockdorf. Höchstetter ist im Kunstverein tief verwurzelt. Zu Olympia 1972 hatte ihre Mutter, die Künstlerin Inifrau von Rechenberg, mit dem Gautinger Maler Stefan Britt den Verein gegründet, wie die dritte Vorsitzende Urja Burkhard erinnerte.

Für die aktuelle Ausstellung „Kunst und Frust“ hat der Gautinger Illustrator Bernd Wiedemann einige dieser alten Geschichten aus dem Kunstverein in einer köstlichen kleinen Zeichnung mit versteckten Symbolen gekonnt in Szene gesetzt. Inspiriert von den Imkerbildern von Pieter Bruegel stellte er Inifrau von Rechenberg als vermummte Bienenkönigin dar, in deren Stöckelschuh-Beine sich kleine Monster verbeißen. „Denn Kunst kann auch mal piksen“, sagte Wiedemann mit feinem Lächeln.

„Die letzten Schmetterlinge“ mit Menschen, die hoffnungsfroh in den Himmel blicken, ist eine gelungene Zeichnung von Brigitte Doege-Schellinger. Von ihrem Lebenspartner, dem Gautinger Maler Richard „Ricci“ Eckert, stammt das farbenfrohe gelungene gegenständliche Gemälde „Solo für eine Dame“ mit Tubaspieler. „Frust und Freude“, das Thema dieser Ausstellung, hat Fotokünstler Christoph Ramm in zwei montierten Schwarz-Weiß-Selbstporträts umgesetzt.

Brigitte Kössinger entschied sich bei ihrem Rundgang für die „Freude“: Sie erwarb ein kleines Acrylgemälde von Elke Streifer-Schröck in den leuchtenden Farben eines Sommertags.

Christine Cless-Wesle

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