+
Große Ehre: Landrat Karl Roth (l.) mit Angelika Simon und Adolf Storch, die im Landratsamt für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurden.  

Ehrenamtspreis

Garanten der bayerischen Tradition

Angelika Simon und Adolf Storch erhalten das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten für ihr ehrenamtliches Wirken in Gauting und darüber hinaus.

Gauting – „Ist der überhaupt je daheim gewesen?“ – diese Frage stellt sich Starnbergs Landrat Karl Roth in seiner Laudatio über Adolf Storch. Dann überreicht er dem aktiven Rentner aus Gauting das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für sein langjähriges Engagement im Ehrenamt. „Den Sitz im Vorstand der Judoabteilung des TSV Gauting habe ich jetzt nach 43 Jahren abgegeben“, erzählt Storch.

Die Kinder und Jugendlichen trainiere er aber immer noch in Judo und Taekwando. „Manchmal könnte man sie zwar derwerfen, aber meistens macht es großen Spaß“, sagt der 76-Jährige über seine Schützlinge. Er hält die Arbeit mit den Jüngsten für sehr wichtig. In den vergangenen Jahren habe er auch gehofft, durch den TSV einen Beitrag zur Integration geflüchteter Kinder leisten zu können, dies gestalte sich allerdings schwieriger als gedacht. Denn leider seien kaum Kinder aus den Flüchtlingsunterkünften zum Training gekommen. Aber nicht nur im TSV war Storch jahrelang aktiv. Seit 22 Jahren leistet er beim VdK unter anderem Beistand bei der Beratung und Gründung von Ortsverbänden des Sozialverbands. Als ehrenamtlicher Richter arbeitet der Rentner immer noch am Sozialgericht. Da kann man sich also durchaus die Frage stellen, wie da noch Zeit neben dem Ehrenamt geblieben ist. „Ich bin dankbar für die Auszeichnung“, sagt Storch und kann den Stolz in seinen Augen nicht ganz verstecken, „damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.“

Die Zweite, die an diesem Abend ausgezeichnet wird, ist Angelika Simon – ebenfalls aus Gauting. Sie freut sich, durch die Ehrung eine „Anerkennung der vielen Arbeit“ zu erhalten, die mit dem Ehrenamt verbunden ist. Als erste Frau wurde sie 1991 zur 1. Schützenmeisterin von Germania Gauting gewählt.

Dieses Amt behielt Simon für die nächsten 20 Jahre inne, bis sie 2011 zur Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Weiterhin organisierte die Schützenmeisterin während der vergangenen zwölf Jahre ein eigenes Gauschießen für Zimmerstutzen. „Natürlich helfe ich auch jetzt noch im Verein mit, wo ich kann“, versichert Simon. Mit der Auszeichnung ehrt sie der Bayerische Ministerpräsident für ihr Engagement um das Schützenwesen in Bayern und im Gau Starnberg.

„Die Gemeinde lebt vom Ehrenamt“, sagt Landrat Roth, „daher ist das eine wichtige Auszeichnung. Die Menschen investieren hier mehr als nur ihre Zeit.“ Seiner Meinung nach hätten beide viel früher geehrt werden müssen. Auch Jürgen Sklarek, Zweiter Bürgermeister von Gauting, gratuliert den Ausgezeichneten. „Die bayerische Tradition darf nicht verloren gehen“, sagt er, „dazu leisten die Ehrenamtlichen einen wichtigen Beitrag.“

Von Maren Knödl

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Der Meister der Formen und Farben
In Unterbrunn lagert ein Teil der Werke von Adolf Kleemann, in Weimar verwaltet die Tochter den Rest.
Der Meister der Formen und Farben
80-Jähriger stürzt vom Dachgeschoss
Am Freitagnachmittag hat sich in Dießen ein Schwerer Unfall auf einer Baustelle ereignet. Ein 80-Jähriger wurde dabei schwer verletzt.
80-Jähriger stürzt vom Dachgeschoss
Aus der Millionen-Metropole nach Walchstadt
Ana Dora Viracochea Melendes ist 27 Jahre alt, kommt aus Bolivien und hat dort Medizin studiert. Seit drei Monaten arbeitet sie bei einer Familie in Walchstadt als …
Aus der Millionen-Metropole nach Walchstadt
Die Qual der Investoren-Wahl
Das Gasthaus Schauer ist Possenhofens verstaubtes Goldstück. Es gibt mehrere Interessenten, die Abgabefrist für ihre Konzepte ist vorbei. Bis Jahresende soll eine …
Die Qual der Investoren-Wahl

Kommentare