Maskenpflicht herrscht erst ab einem gewissen Alter, und die Kleinen wollen auch mal auf den Schoß – Erzieherinnen können sich einen Regelbetrieb in voller Besetzung noch nicht so recht vorstellen. SymbolFoto: dpa
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Maskenpflicht herrscht erst ab einem gewissen Alter, und die Kleinen wollen auch mal auf den Schoß – Erzieherinnen können sich einen Regelbetrieb in voller Besetzung noch nicht so recht vorstellen.

Gautings Erzieher warten auf Infos

Kita-Öffnung mit vielen Fragezeichen

Ab Montag startet in den Gautinger Kindertagesstätten ein eingeschränkter Regelbetrieb. Wie soll das gehen? Erzieherinnen sind skeptisch. 

Gauting - „Praktisch“, so Miteinander-Füreinander-82131- Gemeinderätin und Erzieherin Stephanie Pahl, „werden ab Montag 25 Kinder und drei Erwachsene in einem Raum zusammensein.“ Der nun wieder erlaubte eingeschränkte Regelbetrieb birgt ihrer Ansicht nach allerdings etliche Risiken für Kinder, die aufgrund ihres Alters keine Masken tragen können – und fürs Personal.Der Starnberger Merkur fragte nach, wie die Regel in den Gautinger Kindertagesstätten umgesetzt wird.

Susanne Merkl, Leiterin des Evangelischen Kindergartens, geht davon aus, dass wie vor Weihnachten nicht gruppenübergreifend gearbeitet werden darf, Geschwisterkinder aber zusammen betreut werden. „Bei uns hat ein Raum 50 Quadratmeter, in dem 25 Kinder mit pädagogischen Fachkräften zusammenkommen“, so die Erzieherin. Das seien pro Kind zwei Quadratmeter plus zwei pädagogische Fachkräfte. Da mache sie sich schon Gedanken, wenn im Vergleich dazu in Geschäften pro Kunde zehn bis 20 Quadratmeter Ladenfläche vorgesehen sind. „Unser Arbeitgeber hat uns schon vor Weihnachten mit FFP2-Schutzmasken versorgt“, so die Kindergartenleiterin. Auch vom Landkreis gab es welche. „Wir lüften zudem ohne Ende über unsere großen Fenster, auch jetzt in der Notbetreuung mit bis zu 16 Kindern von 42 angemeldeten. Bisher sind wir gesund durch die Corona-Krise gekommen“, freut sich Susanne Merkl. Und die Eltern hätten gut mitgearbeitet.

„In der Notbetreuung hatten wir immer so 25 bis 30 Kinder“, sagt Astrid Andorf, stellvertretende Leiterin des Kinderhauses St. Josef. „Im Vollbetrieb mit drei Kindergartengruppen und Hort sind 95 Plätze ausgebucht und belegt.“ Mit den Großen, also den Schulkindern, „könnten die elf Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen auf Abstand gehen. „Aber die Kleinen müssen wir auch mal auf den Schoß nehmen und trösten.“ Bislang blieb die Einrichtung verschont – ein zehnjähriger Junge hatte sich infiziert, ebenso zwei Geschwisterkinder (4) und (6). „Von uns hat sich aber niemand angesteckt, wir haben ein gutes Hygienekonzept und können auch sehr gut lüften.“ Mit den Schnelltests hadert sie allerdings. „Dann sind wir nicht mehr geschützt.“ Ihrer Meinung nach sei eine Impfpriorität für das Kita-Personal von drei auf zwei vorzuziehen.

Völlig offen sei, wie es ab Montag mit 46 angemeldeten Kindern im Hort weiter geht: „Uns fehlt die Info, ob‘s Wechselunterricht an den Grundschulen geben wird“, so Astrid Andorf. „Wir gehen wieder von Wechselunterricht in halben Klassen aus“, mutmaßt Monika Bezdek, Vorsitzende des Eltern-Kind-Programms (EKP) Stockdorf. Weil an der „digitalen Schule 2000“ Stockdorf aktuell nur zehn Kinder im Präsenzunterricht sind, seien davon gerade mal zwei in der EKP-Mittagsbetreuung, bedauert sie. „Normalerweise werden dort 70 Mädchen und Buben nach Unterrichtsende betreut.“

Christine Cless-Wesle

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