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Ein großer Moment: Restauratorin Hanna Pohle (r.) läst die Klebefolie vom Kleemann-Mosaik im Rohbau des neuen Caritas-Marienstifts. Klaus Heinecke (l.) und der Freundeskreis Adolf Kleemann haben sich für den Erhalt des Kunstwerks eingesetzt. Es hing schon im alten Caritas-Marienstift.

Neues Caritas-Marienstift

Kleemann-Mosaik kehrt heim

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Das Mosaik des Gautinger Künstlers Adolf Kleemann ist nun tatsächlich Teil des neuen Caritas-Marienstifts. Diese Woche wurde das Kunstwerk, das schon den Vorgängerbau zierte, an eine prominente Wand im Rohbau angebracht.

Gauting – Der freundlichen Hartnäckigkeit des Freundeskreises Adolf Kleemann ist es zu verdanken, dass ein farbiges, ausdrucksstarkes Mosaik des Gautinger Künstlers (1904-1989) nicht der Abrissbirne zum Opfer fiel, als das alte Caritas-Marienstift abgerissen wurde. Der Freundeskreis um Klaus Heinecke setzte sich dafür ein, dass das Kunstwerk abgetragen, aufbewahrt und in den Neubau des Caritas-Marienstifts an der Gautinger Schulstraße integriert wird. Diese Woche haben Restauratorin Hanna Pohle und ihr Kollege Jacov Katinic das Mosaik an der Wand der künftigen Cafeteria befestigt. Klaus Heinecke ist begeistert und dankbar für die Unterstützung, die er überall gefunden hat.

Sein Engagement begann vor vier Jahren, als bekannt wurde, dass die Caritas das Marienstift abreißen und ein neues Pflegeheim mit Betreutem Wohnen bauen will. Der 79-Jährige, der den Künstler Kleemann persönlich kannte, wollte das Mosaik erhalten. Kleemann fertigte es 1969 im Auftrag der Caritas für das Marienstift. Damals war er bereits ein anerkannter Künstler.

Die Caritas war anfangs nicht begeistert vom Vorhaben, doch der Freundeskreis gab nicht auf. Er überzeugte die Hofglasmalerei Gustav van Treeck davon, das Mosaik zu bergen. Er fand Möglichkeiten, dass sich die evangelische Kirche – Kleemann arbeitete viel für die evangelische Kirche – finanziell an den Kosten von rund 12 000 Euro für Entfernen, Einlagern und den neuerlichen Einbau beteiligt. Heinecke und seine Mitstreiter, darunter Altbürgermeister Dr. Ekkehard Knobloch und Prof. Frank Höpner, führten viele Gespräche und Telefonate. Zudem gab es Spenden, darunter eine von den Kindern Kleemanns.

Gestern, als Restauratorin Pohle das Schutznetz vom Mosaik entfernte, ging Heinecke das Herz auf. Auch wegen des wunderbaren Platzes, den die Caritas dem Mosaik gönnt. „Schauen Sie mal, was für ein toller Ort“, sagte er gestern. Es hängt gegenüber von sechs Terrassentüren. Im Grunde ist dieser Platz schöner als an seinem ursprünglichen Ort in der Eingangshalle des alten Marienstifts.

Das Befestigen des Werks war kein Problem. Das Mosaik war in großen Stücken von der Wand abgetragen und der Zement darunter so weit wie möglich weggeschnitten worden, ohne Brüche zu verursachen. Von oben hielt eine Klebefolie das Ganze zusammen. Vor dem Ablösen im alten Marienstift hatten Pohle und Katinic von der Hofglasmalerie Van Treeck ein Raster über das Mosaik gelegt. Das gleiche Raster malten sie am Montag jetzt auf die Wand der neuen Cafeteria, bevor sie die einzelnen Teile mit Klebemörtel befestigten. „So konnten wir uns orientieren“, sagt Pohle.

Schäden entstanden durch den Umzug des Mosaiks kaum. „Wir mussten ein paar lose Teile befestigen“, sagt die Restauratorin. Gestern wurde das Klebenetz abgelöst und alter Putz entfernt. Drumherum muss natürlich verputzt werden und auch zwischen den Steinen. Nur wenige Steinchen sind kaputtgegangen. „Die können wir leicht ersetzen“, sagt Pohle. Und zwar ganz leicht: Kleemann war Kunde bei van Treeck.

Das neue Marienstift wird voraussichtlich im Herbst 2018 bezogen. Vor sechs Wochen wurde Richtfest gefeiert.

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