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Kleine Steine, große Hilfe

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Der Beweis, das Lego mehr ist als ein Spielzeug: Leon, Lehrer Quirin Schuster, Quirin (im Rollstuhl), Julius, die Inklusionsbeauftragte Martina Ottmar, Sophie und Antonia (v.l.) mit den Rampen für Rollstuhlfahrer und andere mobilitätseingeschränkte Menschen.
Der Beweis, das Lego mehr ist als ein Spielzeug: Leon, Lehrer Quirin Schuster, Quirin (im Rollstuhl), Julius, die Inklusionsbeauftragte Martina Ottmar, Sophie und Antonia (v.l.) mit den Rampen für Rollstuhlfahrer und andere mobilitätseingeschränkte Menschen. © Andrea Jaksch

Lego hilft: Seit gestern ist die erste Rampe in Gauting im Einsatz, die insbesondere Rollstuhlfahrern den Zugang zu Geschäften ermöglicht.

Gauting – Freudestrahlend präsentierten Schülerinnen und Schüler des Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasiums mit ihrem evangelischen Religionslehrer Quirin Schuster gestern ihre erste selbst gebaute Rampe aus gespendeten Legosteinen vor dem Backhaus Cramer an der Unterbrunner Straße. Das Gemeinschaftsprojekt für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen entstand in Kooperation mit der Inklusionsbeaufragten Martina Ottmar von der Gautinger Insel. Kundinnen und Kunden, die auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, aber auch Eltern, die einen Kinderwagen bugsieren müssen, können aufatmen.

Die kleinen Rampfen werden einfach vor die Stufen gestellt – so gelangen Kunden nun barrierefrei über die ins Backhaus Cramer, wie Gymnasiast Quirin (12) mit einem eigens herbeigeholten Rollstuhl demonstrierte. Die beidseitige, aus Legospiel-Dachsteinen gebaute Rampe hält das Gewicht locker aus.

„Im Landkreis Starnberg ist das die allererste“, sagt Martina Ottmar. In Großstädten wie München seien solche Rampen schon verbreitet. Gemeinsam mit ihrem Sohn Pepe, den Lehrer Schuster im Vorjahr unterrichtet hatte, hat Martina Ottmar das Projekt angestoßen – auf dem Lehrplan stand das Thema „Menschen mit Behinderung“. Die Sechstklässler seien sofort „Feuer und Flamme“ gewesen, so Quirin Schuster beim Start im Dezember. „Ende Januar sollte das Projekt Lego-Rampen fertig sein“, sagte er damals. Doch die Corona-Pandemie mit Homeschooling verzögerte das Gemeinschaftsvorhaben. Erst als alle wieder da waren, „haben wir die Lego-Rampen gebaut“. Pro Rampe wurden allein 100 Dach- und insgesamt 600 bis 700 gespendete Legosteine verklebt. Die letzten Dachsteine „haben wir durch eine großzügige Privatspende bekommen“, freut sich Schuster.

Zunächst vier Lego-Rampen sind so für Einzelhändler entstanden: fürs Backhaus Cramer, fürs Reisebüro „Fantasia“ (Starnberger Straße), für dem Naturkostladen und das Accessoire-Geschäft „Saus und Brause“ (Bahnhofstraße, sobald es die Baustelle zulässt). „Weil wir da immer zusammen waren, hat das gemeinsame Projekt Spaß gemacht und war nach dem langen Distanzunterricht auch irgendwie nötig“, sagt Gymnasiastin Tonia (12). Mit Eis hat Bio-Bäckermeister Wigbert Cramer das Engagement der 24 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen belohnt. CHRISTINE CLESS-WESLE

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