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Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Mann misshandelt wiederholt seine Frau

Eine sechsmonatige Bewährungsstrafe sprach das Amtsgericht Starnberg gegen einen 27-jährigen Gautinger aus, der seine Frau im März 2017 massiv misshandelt hatte.

Gauting – Obwohl die Geschädigte vor Gericht von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte und auch der gebürtige Tunesier zur Sache schwieg, sah der Staatsanwalt auf Grund der schriftlichen Aussage eines unmittelbar beteiligten Zeugen sowie der Angaben einer Polizeibeamtin die Tat als zweifelsfrei erwiesen an.

Demnach hatte der bislang strafrechtlich unbescholtene Beschuldigte die häusliche Gewalt unter Alkoholeinfluss verübt. Im Zuge eines heftigen Streits hatte er seine Frau (40) in der gemeinsamen Wohnung an der Kehle gepackt und zugedrückt. Einem gerade anwesenden Freund des Paares war es gelungen, zunächst Schlimmeres zu verhindern, indem er dazwischen ging und den Ehe-mann aus der Wohnung lotste. Doch nach dem Besuch einer Kneipe war der 27-Jährige offenbar noch stärker alkoholisiert samt dem Freund in die Wohnung zurückgekehrt und hatte die Frau erneut angegriffen.

Diesmal wäre das Opfer nach einem Fußtritt ihres Mannes beinahe die Kellertreppe hinunter gefallen, wenn nicht wieder der Begleiter den Sturz aufgefangen hätte. Die herbeigeholte Polizei nahm die Aussage des Zeugen auf, es wurde Anzeige erstattet und Anklage erhoben.

„Die Ehefrau verhielt sich ungewöhnlich beschützerisch, als wir sie von ihrem Mann trennen wollten“, beschrieb eine Polizistin im Zeugenstand die „schwierige, eher laute Situation“, die sie in der Gautinger Wohnung vorgefunden hatte. Der Anwalt des weiterhin schweigenden Angeklagten suchte in mehreren „Rechtsgesprä-chen“ eine Beschränkung des Strafmaßes auf eine bestimmte Höhe zu erreichen, doch beim Anklagevertreter und Amtsrichterin Christine Conrad hatte er damit zunächst keinen Erfolg.

Erst als er namens des Mandanten nicht nur die Würge-Attacke, sondern auch noch den Fußtritt einräumte, dürfte sich dies ein wenig strafmildernd ausgewirkt haben. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tatmehrheit mit versuchter gefährlicher Körperverletzung wurde der 27-jährige Angestellte zu sechs Monaten verurteilt; der Vollzug wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, als „spürbare Auflage“, so die Richterin, muss der Gautinger ab dem 20.Oktober 200 Sozialstunden ableisten. Der einzige Satz des Angeklagten nach dem Strafantrag des Staatsanwalts musste von einem Dolmetscher übersetzt werden und hatte gelautet: „Ich werde das so respektieren.“ Von Thomas Lochte

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