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Mit Poolnudeln ausgestattet, die den Abstand markieren sollen, radelten die Demonstranten über Stockdorf Richtung KIM und zurück nach Gauting. 

Demo in Gauting

Mehr Radwege statt Straßen

„Mehr Platz fürs Rad“ fordert ein kreisweites Aktionsbündnis. Am Sonntag demonstrierten in Gauting rund 70 Bürger.

Gauting – „Mehr Platz fürsRad“ lautet die Forderung eines neuen kreisweiten Aktionsbündnisses. „Das freut mich, dass die gemeinsame Aktion so gut angenommen wird“, sprach Ellen Hacker, die Ortsgruppen-Vorsitzende vom Bund Naturschutz, gestern Nachmittag gut gelaunt ins Megafon. Denn zum Auftakt der Demo hatten sich am Gautinger Bahnhof 70 engagierte Radler von Bund Naturschutz, Verkehrsclub Deutschland (VCD), Allgemeinem Deutschen Fahrradclub (ADFC), aber auch von „Fridays for Future“ und von „Omas for Future“ versammelt. Der jüngste Teilnehmer, der sechsjährige Jonas, radelte mit seinen Eltern.

Vor fünf Jahren und drei Monaten hatte Sebastian Fuchsberger vom ADFC die erste Radl-Demo für den Bau des beidseitigen Radwegs neben der Schnellstraße Gauting-Neuried organisiert. Seither sei nicht viel geschehen, bedauerte der Gautinger Seniorenbeirat. Nach wie vor stehen an der ausgebauten Straße nach Neuried die Schilder „Wann kommt der Radweg?“. Er warte immer noch auf das Fassl Bier, das damals der Neurieder Bürgermeister Harald Zipfel versprochen habe, und hoffe, dass die Eröffnung des Radwegs Gauting-Neuried „nicht erst meine Kinder oder Enkel erleben“.

„Wir sind so gut im Stadtradeln“, verwies Heinrich Moser, Grünen-Gemeinderat und VCD-Ortsvorsitzender, auf die Gautinger Erfolge. Bayernweit erstrampelte sich das Team vom Otto-von-Taube-Gymnasium in der Corona-Krise sogar den zweiten Platz. Mit der Gemeinschafts-Aktion „Platz fürs Rad“ müssten aber nun Taten folgen – kreisweit. Denn „mehr Platz fürs Rad“ sei der Schlüssel für weniger Konflikte mit Fußgängern, Autos – aber auch für weniger Staus, sagte Mosesr. Mit bunten Poolnudeln markierten die Gautinger Demo-Radler deshalb auch den geforderten 1,50-Meter-Abstand.

Beim Ausbau des Radwegenetzes im Landkreis passiere nichts, bemängelte auch Ellen Hacker vom Bund Naturschutz. Derweil sei gerade der Straßenbau mit großem Flächenverbrauch und CO2-Emissionen der Grund für die Vernichtung der Landschaft, aber auch eine oft tödliche Barriere für Wildtiere und Reptilien. „Wir wollen auch noch in Zukunft Luft zum Atmen und sauberes Trinkwasser haben“, appellierte Tarek Luft (20), Gründer von „Fridays for Future“. Ulrike Bubenzer von „Omas for Future“ ist schon mit im Boot: „Mit mehr Rad fahren stehen wir für Leben im Einklang mit der Natur als Lebensgrundlage für unsere Enkel“, sagte die Großmutter und stieg auf ihr Rad.

Christine Cless-Wesle

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