Gut im Geschäft: der leidenschaftliche Apfelbauer Oliver Braunhold (v.l.) aus Unterbrunn mit seinen Kunden Leszek Stankowski und Susanne Graber.
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Gut im Geschäft: der leidenschaftliche Apfelbauer Oliver Braunhold (v.l.) aus Unterbrunn mit seinen Kunden Leszek Stankowski und Susanne Graber.

Apfelbaum-Verkauf

Mit robusten Sorten Klimawandel trotzen

Gauting – Trotz nassen Schneewetters nutzte etwa ein Dutzend Gautinger am Freitagnachmittag die Gelegenheit, selten gewordene, widerstandsfähige Apfelbäumchen von Oliver Braunhold zu erwerben. Der Unterbrunner bot seine zarten Pflänzchen am Umweltzentrum an.

„Nur was schmeckt und robust ist, veredle ich“, verriet der Oliver Braunhold, Obstbauer aus Leidenschaft. „Holsteiner Cox Orange“ etwa, die Kunden nur noch aus Bio-Läden oder von Marktständen kennen. Braunhold hatte die alte Sorte, aber auch den robusten rotbackigen „Prinz Albrecht“ als einjährige Bäumchen dabei. „Auf meinem hügeligen Feld bei Perchting experimentiere ich mit über 200 Apfelsorten im Bio-Anbau“, erzählte der Unterbrunner, der an der Fachhochschule Weihenstephan studiert hat.

Zwei ältere Damen, die im „Öko & Fair“ ihre bestellten Bioland-Gemüsekisten abholten, scherzten: „Unser Garten ist schon voll. Wir haben keinen Platz mehr für Obstbäume.“ Marcel Nussberger, solidarischer Landwirtschafts-Bioland-Gärtner aus Reichling, der die Gemüsekisten nach Gauting geliefert hatte, kaufte hingegen Apfelbäumchen bei Oliver Braunhold. Denn der Klimawandel mit zuletzt drei trockenen, heißen Jahren sei für das Obst „dramatisch“. Statt mit sonnenreichem Gemüseanbau starte er nun mit „Beschattung“ – und das im Alpenvorland. Bei seinem Unterbrunner Kollegen kaufte Nussberger deshalb robuste Apfelsorten wie „Rodauner Goldapfel“ und „Parkers Pepping“.

„Ich habe inzwischen Stammkunden“, erzählt der experimentierfreudige Bio- Obstbauer Braunhold beim Bäumchen-Verkauf im Hof des Umweltzentrums. Er habe mehr als 1000 Obstbäume. Auch mit Birnen-Sorten experimentiere er. Nur eine besondere Auswahl ziehe er anschließend zu Bäumchen. Die sogenannten Wildlinge von spezialisierten Baumschulen, Sammlern oder Vereinen veredle er selber. Wichtig sei, dass die Sorten widerstandsfähig seien. Und jedes Jahr kommen weitere Sorten dazu: „Alkmene“, „Prinz Albrecht“, „Roter Holsteiner Cox“, „Roter Topaz“, „Adams Parmäne“ oder der „Korbiniansapfel“ tragen bereits Früchte – und werden auch verkauft. Doch der Verkauf seiner robusten Bio-Sorten sei erst im Anlaufen.

Braunhold biete aber auch Beratung mit Baumschnitt-Kursen an. Wer den Apfelbäumchen-Verkauf versäumt hat, hat nochmals am Freitag, 7. Mai, die Chance. Bei der traditionellen „Bio-Pflanzentausch-Börse“ im Gautinger „Öko & Fair“ wird auch der Apfelbauer wieder dabei sein: „Ich habe auch Mini- und schmale Spaliersorten“ für kleine Gärten, betont der Unterbrunner. Sein Lieblingsapfel? „Das ist der Alkmene“, verrät er.

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