Gautings neuer Pfarrer: Georg Lindl ist seit dieser Woche im Amt, hat genaue Vorstellungen seiner Arbeit und wird am Sonntag, 12. September, offiziell eingeführt.
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Gautings neuer Pfarrer: Georg Lindl ist seit dieser Woche im Amt, hat genaue Vorstellungen seiner Arbeit und wird am Sonntag, 12. September, offiziell eingeführt.

Ein Bergsteiger in St. Benedikt

Neuer Pfarrer in Gauting tritt Amt an

  • Stephan Müller-Wendlandt
    VonStephan Müller-Wendlandt
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Der neue Pfarrer von St. Benedikt Gauting, Georg Lindl, hat diese Woche sein Amt angetreten. Seine ersten Begegnungen im Würmtal empfindet er als ermutigend.

Gauting – Das kirchlich stark orientierte Elternhaus und das eigene Engagement als Ministrant in der Jugendarbeit seiner Heimatgemeinde legten die Grundlage: Die Initialzündung, die Laufbahn eines Seelsorgers einzuschlagen, funkte bei Georg Lindl allerdings erst während seines Grundwehrdienstes bei der Bundeswehr in Dillingen. Seit 1. September ist der 1964 in Regensburg als ältestes von drei Kindern geborene Lindl neuer katholischer Pfarrer in Gauting. Er löst den bischöflichen Geistlichen Rat Stefan Scheifele ab, der nach dem Abschied von Pfarrer Dr. Ulrich Babinsky ein halbes Jahr die Pfarrei St. Benedikt geleitet hat. Lindl wird am Sonntag, 12. September, offiziell in sein neues Amt eingeführt.

Der Werdegang des neuen Gautinger Pfarrers ist nicht alltäglich. Nach dem Abitur in der oberpfälzischen Bischofsstadt Regensburg leistete er Dienst bei der Bundeswehr. In dieser Zeit zementierte sich seine Entscheidung, Priester zu werden. „Während des Grundwehrdienstes hat man 15 Monate Zeit zu überlegen, was man mit seinem Leben danach machen soll. Mir war bis dahin noch nicht so klar, was ich genau wollte. Deshalb hat mir die Zeit des Überlegens zunächst mal gutgetan“, erläutert der Pfarrer. Drei Kriterien waren für ihn bei der Berufswahl wichtig: „Ich wollte einen Beruf haben, der mit Menschen zu tun hat. Zweitens wollte ich einen Beruf, der eine religiöse Dimension beinhaltet. Und drittens konnte ich mir nicht vorstellen, einen Beruf zu ergreifen, der nur der Gewinnmaximierung dient, sondern es sollte ein starker ideeller Zweck dabei sein.“

Georg Lindl: „Ich hatte immer schon eine große Affinität zu den USA“

Lindl trat ins Priesterseminar der Diözese Regensburg ein. Theologie studierte er in seiner Geburtsstadt, es folgten zwei weitere Jahre Philosophiestudium in München. „Weil Studium aber nicht Selbstzweck ist, sondern der Arbeit dienen soll“, erläutert Lindl, wechselte er als Lehrer und Erzieher ans Kolleg St. Blasien im Schwarzwald. Er betreute dort Jugendliche im Internat und lehrte im örtlichen Gymnasium zudem Religion und Philosophie. Seine Studien beendete er in den USA, an der Ostküste in Boston. „Ich hatte immer schon eine große Affinität zu den USA, wobei ich mir nicht genau erklären kann, woher sie kommt, aber sie war einfach immer da. So habe ich mir einen großen Lebenstraum erfüllt, die drei Jahre Studium in den USA zu absolvieren. Das eröffnete mir neue Horizonte und ermöglichte viele bereichernde Begegnungen,“ sagt Lindl.

Zurück in der Heimat erhielt Lindl 1995 die Priesterweihe. Zunächst zog es ihn wieder als Lehrer nach St. Blasien in das Kolleg. Nach vier Jahren reizte es ihn, das Leben in einer Pfarrei kennenlernen zu wollen. Das durfte er als Kaplan drei Jahre in Prien am Chiemsee erfahren. Fünf weitere Jahre folgten als Pfarrer in einer ländlichen Gemeinde bei Wasserburg. Die dort gesammelten Erfahrungen ermutigten ihn, dem Ruf auf die Stelle des Stadtpfarrers in Traunstein zu folgen. Dort war er federführend am Aufbau eines Pfarrverbands mit fünf Pfarreien beteiligt und bekleidete das Amt des Dekans.

Nun freut er sich auf die neue Aufgabe in Gauting. Er hofft, auch im Würmtal auf ein ökumenisches Miteinander mit den evangelischen Mitchristen zu treffen. Erste Gespräche und Begegnungen mit den Menschen in Gauting bezeichnet er als ermutigend. Folgende Schwerpunkte will er in Gauting setzen: „Mir ist es wichtig, dass die Gottesdienste ihre Qualität haben. Das hängt an zwei Kriterien. Das eine ist das Thema Kirchenmusik, da haben wir hier einen hervorragenden Mann mit Kirchenmusiker Matthias Heid. Das andere ist die Qualität der Predigten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Begleitung von Menschen, die Wendepunkte in ihrem Leben erfahren, also von der Geburt über die Taufe und Hochzeit bis zu dem Punkt, an dem Menschen einen Trauerfall erlebt haben. Die Menschen sind in diesen Situationen sehr empfänglich, auch für die religiöse Dimension, was in ihrem Leben geschieht.“

Und was unternimmt Georg Lindl, wenn er den Pfarrer mal an die Garderobe hängen darf? Was unternimmt er in seiner Freizeit, wie gestaltet er seinen Urlaub? „Bergsteigen, Bergsteigen und nochmal Bergsteigen“, sprudelt aus dem Mund des Gottesmannes, „ich bin wirklich begeistert für die Berge, habe mir auch schon ein paar Sechstausender geholt. Also ich gehe gerne zum Klettern und Skifahren.“

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