Titelbild „Die weiße Christmaus vom Schloss-Cafe“
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Ein „Denkmal“ fürs Schlosscafé: „Die weiße Christmaus vom Schloss-Café“ von Richard Eckert und Christiane Wagner.

Neues Bilderbuch

Die Maus, das Café und die Würm

Dem verschwundenen „Schlosscafé“ von Künstlerin Jane Höchstetter und Jazzmusiker Stefan Berchtold im Gautinger Schlosspark haben Illustrator Richard Eckert und Autorin Christiane Wagner mit dem wunderschön gestalteten Bilderbuch „Die weiße Christmaus vom Schloss-Café“ ein kleines Denkmal gesetzt. 

Gauting – Dem verschwundenen „Schlosscafé“ von Künstlerin Jane Höchstetter und Jazzmusiker Stefan Berchtold im Gautinger Schlosspark haben Illustrator Richard Eckert und Autorin Christiane Wagner mit dem wunderschön gestalteten Bilderbuch „Die weiße Christmaus vom Schloss-Café“ ein kleines Denkmal gesetzt. Von Richard, genannt „Ricci“, Eckert, stammen die fantasievollen Illustrationen, aber auch die Inspiration zum Bilderbuch. „Das Schloss Fußberg in Gauting liegt mitten in einem Park. Da gibt es hohe Bäume mit weit ausladenden Baumkronen und Grasflächen voller Wiesenblumen und mitten hindurch fließt die Würm“, schwärmt Autorin Christiane Wagner. „Und im Winter gluckert die Würm durch ein schneeweißes Polsterbett mit gläsernen Eisrändern.“

Zu gelungenen Zeichnungen von Eckert erzählt die Autorin vom gemütlichen Café im Erdgeschoss des Schlosses, „in dem sich vor langer Zeit gerne Leute trafen: zum Reden, Essen, Schachspielen oder Geburtstag feiern“. Ganz in der Nähe der Eingangstür „stand eine dicke Buche, und zwischen ihren Wurzeln wohnte eine Maus“, die Christl hieß. Doch vor anderen Tieren im Park musste die Maus „höllisch-höllisch“ aufpassen. „Du bist ja gar nicht weiß, nicht mal richtig grau“, machten sich ein rotes Eichhörnchen, eine grauweiße Wildgans und ein Buntspecht, allesamt perfekt gezeichnet, über die Maus lustig. Und nannten sie spöttisch: „Die weiße Christl vom Schloss-Café.“

Weil ihr Mann in die Würm gefallen war, wurde die Mäusemutter eine „lustige Witwe“. Wenn es irgendwo Musik gab, etwa vom unvergessenen „Tuba-Mann“, einer Pappmaché-Figur von Ricci Eckert, „tanzte sie für ihr Leben gern“. Im Sommer gab es Konzerte und Feste im Park. Aber im Winter war es am allerschönsten. Denn Weihnachten spielten sie amerikanische Weihnachtslieder. Besonders gern hörte sie „I’m Dreaming Of A White Christmas“. Weil die Maus kein Englisch konnte, verstand sie statt Christmas immer Christmaus, schreibt Christiane Wagner.

Doch das Schlosscafé musste schließen. Und die Christmaus fand für ihren Nachwuchs weder Käsewürfel noch Speckreste. Eines Tages kippte die immer dünner werdende Christmaus um. Trotzdem hat die Geschichte ein Happy End: Noch heute schwebt die weiße Christmaus an Weihnachten durch die Baumkronen des Schlossparks und tanzt zum Grammophonlied. Das Buch kostet als Hardcover 24 Euro (Softcover 17 Euro) und ist im Spielwarengeschäft „Moppelfritz“ oder bei der Buchhandlung „Kirchheim“ erhältlich.

Christine Cless-Wesle

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