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Auf der Gautinger Bahnhofstraße nutzen viele Radlfahrer die Gehwege. 

Radwegenetz

Gauting verfünffacht den Etat

Immer mehr Menschen steigen um aufs Fahrrad. Gauting will den Boom mit besserer Infrastruktur begleiten und erhöht den Etat für Fuß- und Radwege um ein Vielfaches.

Gauting – Der E-Bike-Boom lockt immer mehr ältere Menschen aufs Fahrrad. Auch im hügeligen Gauting. Von dieser für ihn erfreulichen Entwicklung berichtete Jens Rindermann (Grüne) im örtlichen Haupt- und Finanzausschuss. Auf Antrag seiner Fraktion wird der Etat für den Fuß- und Radwegebau an Gemeindestraßen 2018 aufgestockt – von bisher 40 000 auf 200 000 Euro. Diese Empfehlung reichte der Ausschuss an den Gemeinderat für die bevorstehenden Haushaltsberatungen weiter.

Mit dem staatlich geförderten Umstieg aufs Rad könnte Gauting dem Feinstaub- und Stauproblem beikommen. Das sei ein „toller Vorschlag“, den Heinrich Moser, Ortsvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), erarbeitet habe, lobte Rindermann seinen Fraktionskollegen in der Sitzung.

Die Gelegenheit ist günstig: Im kommenden Jahr wird das Gautinger Verkehrskonzept fertig. Daraus entstehende Maßnahmen wie neue Radwege oder Fahrradschutzstreifen könne die Gemeinde sofort umsetzen, heißt es in dem Antrag der Grünen. Dem erhöhten Etat von 200 000 Euro stünden Einnahmen aus Fördermitteln des Nationalen Radverkehrsplans gegenüber. Es geht um einen Betrag von 160 000 Euro. Für ein ausgebautes Radwegenetz in Gauting sei das gerade die richtige Zeit, sagte Jens Rindermann. Für den Umstieg auf Bikes oder Pedelecs benötige man die nötige Infrastruktur. Das Fahrrad, mit Elektromotor oder ohne, sei nämlich kein Freizeit-Gerät, sondern das Verkehrsmittel der Zukunft. Auch die Landeshauptstadt München mache sich auf den Förder- Weg, argumentierte Rindermann.

Der Gemeinderat der Grünen verwies auf die in Gauting ständig fortgeschriebene Mängelliste. Ganz oben stehe dort ein Radfahrer-Schutzstreifen an der ansteigenden Bahnhopfstraße. Bislang radeln Erwachsene zwischen Fußgängern, Schulkindern und alten Leuten mit Rollator im Slalom bergauf – vorschriftswidrig auf dem Gehsteig.

„Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht“, sagte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Aber weil die Fördermittel erst nach Beendigung eines Projektes fließen würden, müsse Gauting bis zu 80 Prozent der Kosten vorstrecken. Den anstehenden Haushaltsberatungen wolle sie nicht vorgreifen, sagte die Bürgermeisterin. Man einigte sich auf einen Kompromiss: Der Etat fürs ausgebaute Radwegenetz am Ort wird auf 200 000 Euro erhöht. Doch das letzte Wort haben die Räte bei den Haushaltsberatungen.

Christine Cless-Wesle

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