Frau am Laptop
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Am Laptop ärgern sollen sich die Mitarbeiter des Gautinger Rathauses künftig nicht mehr - auch nicht im Homeoffice (Symbolfoto).

IT-Beauftragter stellt Konzept vor

Gauting trimmt IT von Rathaus und Schulen auf Effizienz: So soll das neue System funktionieren

Ein neues System soll Rathaus-Mitarbeiter, Daten und Schulen in Gauting vernetzen. Das Ziel: eine deutlich höhere IT-Effizient. Der Aufbau dauert wohl drei Jahre.

Gauting – In die digitale Zukunft startet die Gemeinde Gauting mit dem Ziel einer Effizienzsteigerung. Hauptverantwortlich dafür ist der IT-Beaufragte Andreas Hecker. Er plant derzeit Netze mit zentral gesteuerter Datensicherung, wie er im Haupt- und Finanzausschuss erläuterte. Ziel sei eine Synchronisierung von Rechnern im Homeoffice von Rathaus-Mitarbeitern, aber auch an den Gautinger Schulen.

Eine neue Software vereinfache den Verwaltungsaufwand, und die Lizenzgebühr sei günstig. Der Gemeinde-Haushalt ist bekanntlich sehr knapp auf Kante genäht.

Eine digitale, interkommunale Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Planegg sei nicht machbar, erläuterte Hecker. Statt einer gemeinsamen Software-Ausschreibung mit Planegg favorisiere er den regelmäßigen Erfahrungsaustausch zwischen den IT-Leitern – etwa beim Aufbau von Infrastruktur, Homeoffice-Arbeitsplätzen oder W-Lan in Schulen.

Das Installieren eines Arbeitsplatzes im Homeoffice dauert einen ganzen Arbeitstag

In Sachen IT-Effizienz sei im Rathaus noch Luft nach oben. Die Datenschutzbeaufragte betreut bereits 68 Server. 1,5 Stellen sind für wechselnde Aufgaben wie Videokonferenzen oder Homeoffice-Arbeitsplätze eingeplant. Auch im Bereich IT-Sicherheit gebe es 1,5 Stellen, ein Mitarbeiter kümmere sich um die ans Rathaus-System angedockten Schulen.

Das Installieren eines Arbeitsplatzes im Homeoffice, in der Gautinger Insel oder im Bauhof dauere derzeit einen ganzen Arbeitstag, so Hecker. Durch ein zentral gemangtes neues Software-System mit Notebooks, zwei Monitoren und gekoppeltem Telefon werde das Programm künftig mit einem Mausklick auf den jeweiligen Rechner gespielt: Nach einer Stunde oder in der Mittagspause sei die Installation fertig. Sogar Backups könnten sich die Mitarbeiter durch diese zentrale Lösung sparen – die Datensicherung werde automatisch und nachts erledigt.

Wenn Bürgermeisterin Dr. Kössinger ein neues Telefon bekommt, ist das Gerät mit dem neuen System nach 20 Minuten betriebsbereit. Die Vorteile laut Hecker: kein großer administrativer Aufwand, einfachere IT-Abläufe, das Wechseln der Räume mit Laptop ist kein Problem.

Durch eine Cloud-Nutzung würden zwar die Hardware- und Energiekosten sinken, aber: „Kein Internet – keine Cloud“, erklärt der IT-Beauftragte das Risiko. Bei Wahlen hätte er dann keine Möglichkeit, auf die eigene interne IT zurückzugreifen. Und wenn die Cloud mal ausfalle, „müssen wir die Bürger, die sich im Ticketsystem des Einwohnermeldeamts angemeldet haben, unverrichteter Dinge nach Hause schicken“.

„Sehr viel Kompetenz“, lobte Tobias McFadden (Menschen für Gauting/Piratenpartei) den IT-Mitarbeiter Hecker. Er wollte aber wissen, wie lange der Umstieg dauere. „Ich versuche das in drei Jahren“, antwortete Hecker. Weil das zentrale System auch an den Schulen eingeführt werde, spare die Umstellung letztlich „zigtausende Euro“. Ein externer Mitarbeiter müsse das neue Netzwerk zwar erst installieren und einen Tag lang Mitarbeiter schulen. Aber danach kann jeder aus der IT-Abteilung die Technologie betreuen.

Christine Cless-Wesle

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