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Gefahrenstelle mit Ablaufdatum: Noch müssen Radfahrer auf der Gautinger Bahnstraße mit dem Autoverkehr zurechtkommen – zeitnah soll aber der Schutzstreifen angelegt werden. 

Schutzstreifen in Gauting

Wenigstens eine gute Nachricht für Radler

Radfahrer können in absehbarer Zeit einen Schutzstreifen an der Gautinger Bahnhofstraße nutzen. Hohe Investitionen in neue Radwege jedoch erscheinen in nächster Zeit unrealistisch.

Gauting – Ältere Menschen müssen weiter zwischen Kindern und Passanten auf dem Gehweg bergauf zum Bahnhof radeln – der mit dem Gesamtverkehrskonzept für Gauting beschlossene Radschutzstreifen fehlt nach wie vor. Das gilt auch für den von Verkehrsplaner Ralf Kaulen erarbeiteten Abschlussbericht mit Radwegenetz, bedauert Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Ohne den Mobilitätsplan jedoch könnten weder Tempo 30 noch Fahrradstraßen umgesetzt werden.

Eine Besserung ist aber in Sicht, zumindest beim Schutzstreifen. Zeitnah werde eine Firma die Markierung auf der Bahnhofstraße aufbringen, erklärte Abteilungsleiterin Silke Schweigler vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Vor zwei Wochen habe ihre Behörde erst Flickstellen auf der Bahnhofstraße reparieren lassen. Derzeit sei man noch in Endabstimmung mit Gemeinde und Landratsamt, „wo die Markierung genau hinkommt“. Einen genauen Termin für die Umsetzung gibt es nicht.

Doch nicht nur der Radschutzstreifen gehört zum Ende 2019 beschlossenen Gesamtverkehrskonzept für Gauting. Auch Tempo 30 auf der schmalen Römerstraße zwischen Gauting und Gilching, auf der auch viele Radler unterwegs sind und im Ortsbereich Gauting Schulkinder queren, gehören dazu. Gemeinderätin Anne Franke (Grüne) hatte schon in der ersten Sitzung des neuen Gemeinderats nachgehakt, wann denn auf der Römerstraße die Schilder montiert werden. Schließlich könne man einzelne der beschlossenen Maßnahmen vorziehen. „Wir brauchen dafür erst den fertigen Abschlussbericht vom Verkehrsplaner“, hatte Kössinger bereits in der Sitzung bedauert. Wenn vorab Maßnahmen umgesetzt würden, laufe die Gemeinde Gefahr, dass sie durch Bürger, die klagen, „wieder auf die Nase fallen“. Die Rathauschefin erinnerte an Prozesse unter anderem gegen Tempo 30 auf der Germeringer Straße und zuletzt auf der Römerstraße (wir berichteten).

Obwohl der Gautinger Bauamtsleiter Rainer Härta weiterhin hartnäckig dränge, liege der Abschlussbericht noch nicht vor, sagte Kössinger gestern auf Nachfrage. Trotzdem habe sie bereits mit ihren Amtskollegen, den Bürgermeistern Rudolph Haux (Krailling), Manfred Walter (Gilching) und dem Germeringer OB Andreas Haas wegen eines Alltags-Radwegenetzes zu den Gewerbegebieten verhandelt. Initiator Haux und Firmen wünschten eine Radweg-Verbindung zum Kraillinger Gewerbegebiet KIM. Doch in der Corona-Krise seien die Kosten für den Neubau von Radwegen ein Problem. Wie schwierig das sei, sehe man an den seit Jahren laufenden Grunderwerbsverhandlungen des Neurieder Bürgermeisters Harald Zipfel wegen eines Radwegs zwischen Gauting und Neuried. Denn dafür müsse schließlich auch Bannwald ersetzt werden.

Die Rathauschefin dämpft Hoffnungen auf baldige Verbesserungen: Kurzfristig seien neue Radwege auch wegen der finanziellen Folgen der Corona-Krise wohl nicht zu finanzieren.

Christine Cless-Wesle

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