Stehen mit Rampen aus Legosteinen im Garten der Gautinger Insel (v.l.) Quirin (12), Lehrer Quirin Schuster, Sophie (11), Pepe (12) und Inklusionsbeauftragte Martina Ottmar.
+
Mit Legosteinen Barrierefreiheit schaffen: Das tun (v.l.) Quirin (12), Lehrer Quirin Schuster, Sophie (11), Pepe (12) und Inklusionsbeauftragte Martina Ottmar.

Aktion der Gautinger Insel

Mit Legosteinen Barrieren überwinden

Mit Lego einen Beitrag zur Inklusion leisten: Das tun Gautinger Gymnasiasten, indem sie Rampen aus den bunten Plastiksteinen bauen. Lego-Spenden sind willkommen.

Gauting – Für Rollstuhlfahrer sind Geschäfte mit Stufen, etwa an der ansteigenden Gautinger Bahnhofstraße, eine unüberwindliche Barriere. Deshalb hat die Gautinger Inklusionsbeauftragte Martina Ottmar ein neues Projekt gestartet: In Kooperation mit einer sechsten Klasse von Quirin Schuster, Lehrer für evangelische Religion am Otto-von-Taube-Gymnasium, sammelt die Inklusionsbeauftragte in der Gautinger Insel Legosteine für den Bau von Lego-Rampen.

„Wir unterstützen die Initiative von Frau Ottmar“, sagte Quirin Schuster am Freitagnachmittag beim Ortstermin im Garten der Insel. Die 24 Kinder der sechsten Klasse „sind Feuer und Flamme für das Projekt“. Das Backhaus Cramer, der Fantasia Reisedienst an der Starnberger Straße, der Naturkostladen und „Saus und Braus“ an der Bahnhofstraße haben sich für die Aktion Lego-Rampen bereits angemeldet. An der Rampe für Rollstuhlfahrer im Garten der Insel demonstrieren Ottmar und Lehrer Schuster, wie die portablen Rampen aus Legosteinen bündig angedockt werden. „Wir brauchen vor allem noch schräge Dachsteine“, sagt der Lehrer. „Das Ausmessen und anschließende Berechnen der Höhen und Neigungswinkel war für uns eine Herausforderung“, gesteht er mit amüsiertem Lachen.

Glücklicherweise gibt es auf dem Internetportal Youtube bereits Bauanleitungen: Die Haunauer Großmutter Rita Ebel (63), seit einem schweren Autounfall querschnittsgelähmt im Rollstuhl, hat die barrierefreien Lego-Rampen vor Läden oder Restaurants erfunden.

Die Rampen müssen ein Gewicht von bis zu 450 Kilogramm aushalten. Bei einer kleinen Stufe reichten schon 1000 Legosteine für eine feste und sichere Rampe. Auch in München oder Würzburg gibt es schon Lego-Rampen für Barrierefreiheit, erzählt Martina Ottmar. „Ich konnte Quirin Schuster, den früheren Lehrer meines Sohnes Pepe, sofort für das Projekt begeistern“, berichtet sie. „Jeder Schüler hat einen Bauplan im Heft“, sagt Schuster. Die Lego-Rampen würden geklebt und vor dem Verlegen getestet. „Ich finde das Inklusionsprojekt gut“, betont die Gautinger Gymnasiastin Sophie (11). „Meine Mutter saß als Kind im Rollstuhl.“

„Ende Januar sollten die ersten Lego-Rampen fertig sein“, kündigt Ottmar an. Noch fehlen Lego-Dachelemente und Platten. Ihr Sohn Pepe (12), der die siebte Klasse des Gymnasiums besucht, spendete seine eigenen Steine. Die Gautinger Insel, Grubmühlerfeldstraße 10, freut sich über Lego-Spenden. Sie ist erreichbar unter (089) 45 20 86 77.

Christine Cless-Wesle

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare