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Gerd Holzheimer ist auch mit seinem neuen Buch auf Lesetour.

Neuerscheinung

Holzheimer sucht den bayerischen Eros

Gauting - Die dramaturgische Grundformel des menschlichen Liebesgeschehens – in der Literatur wie im richtigen Leben – sei nun mal die: „A liebt B, aber B liebt C.“ Gerd Holzheimer aus Gauting ist diesem Prinzip in seinem neuen Buch auf der Spur. Gesucht hat er in der bayerischen Literatur.

„Die Liebe ist eine der großen Schicksalsmächte, die vom Himmel bis zur Hölle reichen.“ Das hat Carl Gustav Jung formuliert, und Gerd Holzheimer zitiert ihn irgendwann in der Mitte seines neuen knapp 250 Seiten starken Buches „Man halt hat so eine Sehnsucht in sich. Eros in Bayern“. Worum es geht? Um das älteste Thema der Welt.

Alles klar? Leider nein, schreibt der Autor, denn die dramaturgische Grundformel des menschlichen Liebesgeschehens – in der Literatur wie im richtigen Leben – sei nun mal die: „A liebt B, aber B liebt C.“ Eifersucht ist zwar nur ein Bestandteil des Liebeslebens, das mit Werbung beginnt, mit innerer Unordnung weitergeht, dann kommt die Anbandelei, wenn es gut geht auch die Vollendung mit Erfüllung. Wenn es nicht so gut läuft, kommen Leid, Gefühle der Fremdheit oder Sorge dazu. Und wenn es gar nicht mehr geht, die Trennung. So ist die Dramaturgie der Liebe. Woraus sich auch eine gelungene Gliederung der von Holzheimer eingesammelten bayerischer erotischer Texte ergibt, für deren Genuss man die bayerischen Sprache nicht nur in Wort, sondern auch in Schrift beherrschen sollte. Mittelhochdeutsches wird aber übersetzt.

Die Lektüre bietet vergnügliche Stunden. Eros ist dabei eher als Liebe zu verstehen, unter die Gürtellinie geht es kaum, und weil Holzheimer nun mal als Lehrbeauftragter an der Uni München in der bayerischen Literatur zu Hause ist, zaubert er so manche Entdeckung aus dem Hut. Dichter wie Alois Johannes Lippl, Hartmut Riederer, Heinrich Lautensack, die der Textsammler dann auch noch in kurzen Worten vorstellt. Was sich dann so liest: „Dichter sind keine Immobilien. Ein Heinrich Lautensack schon gar nicht. Sein Leben ist voller Sprünge, sein Werk auch …. Die Legende will es so, dass er ins offene Grab Wedekinds stürzte, was zum Ausbruch seiner Geisteskrankheit führte. Nur ein Jahr später starb er selbst.“

Typische Holzheimer-Gedankenflüge also, die all die Texte von Oskar Maria Graf, Maximilian Schmidt, Marieluise Fleißer, Herbert Achternbusch, Ludwig Thoma mit unbekannteren Poeten verbinden. Holzheimer nimmt seine Leser an die Hand und führt sie durch das Dickicht bayerischer Liebesdichtung, von königlicher Sehnsucht (zwei Liebesgedichte von Ludwig I.) zu Sperrs „Jagdszenen“, von Queri zu Vogelweide, vom Nibelungenlied zu Lena Christ und zurück zu Neidhart und wieder vor zu Thoma. Es gibt Romanauszüge, Lyrisches, Liedtexte, auch von der Biermösl Blosn, Klassisches von Thomas Mann, Avantgardistisches von Nora Gomringer, Rosendorfer und Feuchtwanger, kurz ein Füllhorn an Liebesliteratur. Nichts fehlt zwischen diesen Buchdeckeln, die mit dem Cover „Selbstbildnis mit seiner Frau und Sektglas“ von Lovis Corinth geschmückt sind.

„Man hat halt so eine Sehnsucht in sich...

Eros in Bayern“

ist im Bayerland Verlag als Taschenbuch erschienen und kostet 14,90 Euro.

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