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Das historische Mühlrad in Gauting dreht sich seit 2014 nicht mehr. Der Stillstand soll noch heuer enden. 

Sanierung steht an

Gautinger Mühlrad: Der dritte Rettungsversuch soll klappen

Gauting - Nichts klappert am rauschenden Bach: Nach wie vor steht das historische Mühlrad, Wahrzeichen der Gemeinde Gauting, still. Die Restaurierung des Technikdenkmals soll aber heuer noch über die Bühne gehen.

Die Sprecherin der Gautinger Rathausverwaltung, Charlotte Rieboldt, ist guten Mutes: Ziel sei, die riesigen Schaufelräder des Mühlrades am Lederersteg noch heuer zu restaurieren. Problem sei aber noch die Unterkonstruktion, sagt Rieboldt.

Schon 2016 hatte der Gemeinderat 120 000 Euro für die aufwändige Sanierung des historischen Mühlrads eingestellt. Denn die Schaufelräder, die einst die Turbinen der Haerlinschen Papierfabrik antrieben, sind Bestandteil des Gautinger Gemeindewappens: Mit der Kaiserkrone Karls des Großen, Symbol für dessen sagenumwobenen Geburtsort Reismühle, erinnert das Rad an die ruhmreiche Vergangenheit Gautings. Fast 16 300 Euro haben deshalb auch Bürger und Firmen für den Erhalt des Industriedenkmals beigesteuert.

Die Vergabe der Restaurierungsarbeiten an den Schaufeln sei abhängig von der Unterkonstruktion, erklärt die Rathaussprecherin. Derzeit führe Gautings Tiefbau-Ingenieurin Beatrice Bruns Vertragsverhandlungen mit einer Baufirma. Denn das tonnenschwere Mühlrad müsse aus dem Wasser gehoben werden. Dafür sei ein mächtiger Kran erforderlich, der über die Grubmühlerfeldstraße und an der Baderhof-Großbaustelle vorbei bis zum Lederersteg fahren muss. Da der Würmtalzweckverband auf der Grubmühlerfeldstraße demnächst neue Wasserleitungen verlegt, sei der Zeitrahmen genau abzustimmen. Ebenso mit der Baustelle der Baderhof GmbH. Die Tiefbau-Ingenieurin warte jetzt auf den günstigsten Termin für den Kraneinsatz.

Noch in diesem Jahr sollen die aufwändigen Restaurierungsarbeiten samt neuer Unterkonstruktion abgeschlossen sein. So lautet zumindest der Plan. Das wäre bereits der dritte Rettungsversuch: Schon 2003 war das Industriedenkmal für 67 000 Euro restauriert worden. Doch zwei Jahre später standen die Räder wieder still. Der damalige Gemeinderat vergab darauf einen Folgeauftrag über 15 000 Euro an einen der raren Mühlenbauer aus Bad Kissingen.

Doch seit 2014 drehen sich die eindrucksvollen Schaufelräder am Lederersteg nicht mehr. Für UBG-Gemeinderat Richard Eck, einen alteingesessenen Gautinger, war das Anlass, einen offenen Brief ans „liebe Mühlrad“ zu schreiben (wir berichteten). Das Wahrzeichen des vergangenen Industriezeitalters stehe nur noch als Gerippe da, beklagte Eck. Rathauschefin Dr. Brigitte Kössinger rief danach zu einer Spendenaktion auf – mit Erfolg.     cc

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