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Revierförster Markus Noack mit „Findus“. 

Es geht um 440 Hektar Wald

Gautinger Revierförster: Fichtenwald muss zum Mischwald umgebaut werden

„Am Gemeinwohl orientiert“ – getreu diesem Motto kümmert sich der neue Gautinger Revierförster Markus Noack um 440 Hektar Wald. Er mahnt dringend, den zu mehr als 90 Prozent aus Fichten bestehenden Gautinger Gemeindewald (135 Hektar) zu einem Mischwald umzubauen.

Gauting Der neue Gautinger Revierförster Markus Noack hat bei seiner Vorstellung im Gemeinderat Eindruck hinterlassen. „Ich hoffe, ich bleibe länger Ihr Revierförster“, eröffnete der in Karlsfeld an der Würm aufgewachsene Forstwirt und Jäger seinen Vortrag vor den versammelten Gemeinderäten.

Noacks Revier umfasst 440 Hektar Privat- und Kommunalwald im Gemeindegebiet von Gauting, Krailling, Gilching und Weßling. Mit dem Staatlichen Forstamt arbeite er beim klassischen Waldbau und der Pflege eng zusammen. Ein Teil seiner Arbeit sei auch die Beratung privater Waldbesitzer. „Gemeinwohl ist ein hohes Gut“, sagte Noack. Deshalb bekomme er staatliche Fördergelder für seine Arbeit. Dazu gehören auch die jährlichen Walderlebnisspiele von Schulkindern aus dem gesamten Landkreis im Gautinger Gemeindewald bei Buchendorf. Dort soll auch das Ökokonto der Gemeinde mit hochwertigem Mischwald angelegt werden.

Sturm Niklas von 2015: Schäden werden noch immer beseitigt

Nach dem Sturm Niklas von 2015 „laufen wir diesem Naturereignis hinterher“. Das heißt: Die Schadensbeseitigung und Wiederaufforstung sind noch nicht abgeschlossen, erklärte der Revierförster. Die 135 Hektar Gautinger Gemeindewald bestünden zu 92 Prozent aus Fichten, nur sechs Prozent seien Buchen, und je ein Prozent Eichen und Tannen. Zwar bringe schnell nachwachsendes Fichtenholz der Gemeinde einen jährlichen Erlös von 75 000 Euro plus 400 Kubikmeter Holz für die Hackschnitzelanlage des Bauhofs. Aber die seit den 1990er-Jahren fortschreitende Erwärmung mache einen Umbau zum Mischwald „dringend.“ Wegen des Temperaturanstiegs sei die flachwurzelnde Fichte, der Brotbaum der Forstwirtschaft im kälteren Skandinavien, in der Münchener Schotterebene inzwischen ungeeignet. Sturm Niklas habe 100 Hektar Fichte im Unterbrunner Holz bei der Umfahrung nach Gilching hinweggefegt.

Umbau dauert zwei bis drei Generationen

Der Umbau des Erholungswalds „hätte besser gestern als heute stattfinden müssen“, betonte Noack und forderte sofortiges Handeln. Nur durch Vielfalt mit bis zu zehn Baumarten sei der Waldumbau, der zwei bis drei Generation dauere, zu schaffen.

Zum Abschluss seines Vortrags lud der Revierförster zur Ortsbegehung ein: Am Samstag, 25. Mai, werden die Gemeinderäte das geplante Ökokonto im Gemeindewald bei Buchendorf besichtigen. „Wald ist wichtig für uns alle“, sagte Markus Noack.

Christine Cless-Wesle

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