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Der neue Kinderbereich wartet auf seine Besucher: Claudia Hohn, Rene Binder, Stefan Humbert, Christian Ruhdorfer,Christiane Ait und Marc Eigner (Betreiberfirma) haben sich vergewissert, dass alles seine Ordnung hat, nur leider sind die Auflagen zu groß, so dass die Kletterlandschaft noch länger ungenutzt bleiben mu ss. 

Abstands- und Hygieneauflagen

Gautinger Sommerbad: Öffnung verzögert sich

Das Wasser im 50-Meter-Trainingsbecken des Gautinger Sommerbads ist frisch gechlort. Auch der neue Kinder-Wasser-Spielplatz mit fantasievoll gestalteter Felskletterlandschaft wartet auf seine Besucher. Wegen der nur aufwendig zu kontrollierenden strengen Abstands- und Hygieneauflagen wird sich die Öffnung des Sommerbads aber verzögern.

Gauting Hochbautechniker Christian Ruhdorfer hatte für die kommende Saison mit Einnahmen in Höhe von 180 000 Euro gerechnet. Dieser Summe stünden aufgrund der Auflagen und deren Überwachung nun Ausgaben in Höhe von gut einer halben Million Euro gegenüber, auch für Reinigungspersonal, Bademeister plus knapp 300 000 Euro für teils schon erbrachte Pflegearbeiten. Wolle die Gemeinde am 8. Juni starten, müsste Zusatzpersonal eingestellt werden, rechnete Ruhdorfer am Dienstag dem Haupt- und Finanzausschuss vor. Auch die Anzahl der Personen auf der 5500 Quadratmeter großen Liegewiese müsse ständig kontrolliert werden. Aktuell dürften gerade einmal 26 Personen zeitgleich die Wiese nutzen. An heißen Sommertagen tummeln sich dort bis zu 2000 Badegäste. „Damit sich die Schwimmer nicht auf die Pelle rücken“, sei sogar in den gechlorten Bassins die Personenzahl vorgeschrieben: maximal 212 Schwimmer im Sportbecken und maximal 174 Mädchen und Buben im Kinderbecken. Selbst wenn zwei Menschen nebeneinander schwimmen und sich unterhalten, verstoße dies gegen die geltenden Abstandsregeln. Hinzu kämen Toiletten-Reinigungskosten im Halbstundentakt. Die Mehrkosten für eine verkürzte, aber eingeschränkte Corona-Saison bis zum Schulbeginn am 8. September betrügen 38 300 Euro, also 3600 Euro am Tag. „Wir bräuchten Ausweiskontrollen“, ergänzte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger.

200 Badegäste sind schwer zu kontrollieren

Maximal 200 Badegäste zeitgleich auf der Anlage seien doch gar nicht zu kontrollieren, gab Stephanie Pahl (MiFü) zu bedenken. Da blieben manche Leute statt der begrenzten drei oder vier Stunden einfach länger drin, während draußen Familien mit Kindern in der Sommerhitze warteten. „Wie sollen denn Abstandsregeln eingehalten werden, wenn Kleinkinder auf der Liegewiese rumtollen, die Größeren Fußball spielen?“, fragte auch Britta Hundesrügge (FDP) skeptisch. Bei allem Verständnis plädierte Michaela Reißfelder-Zessin (Grüne) dafür, nicht nur die Finanzen im Auge zu behalten, sondern auch die Tatsache, dass „meist disziplinierte Familien“ wegen Corona nicht verreisen können. Ihr Vorschlag war die Gründung eines Fördervereins Sommerbad.

Eberhard Brucker (SPD) hatte kein Verständnis und warb für die geplante Öffnung Anfang Juni. Das Sommerbad habe eine gesundheitliche und soziale Funktion. Da das Hygieneproblem bei Kleinkindern bestünde, sollten diese draußen bleiben. Es sei „untragbar“, Kinder auszusperren, widersprach Michael Vilgertshofer (CSU) – und empfahl abzuwarten. Blieben die Infektionszahlen niedrig, werde Ministerpräsident Markus Söder „eventuell“ schon in zwei, drei Wochen eine weitere Lockerung für Freibäder verkünden.

Besondere Familien-Monatskarten geplant

Abwarten war das Stichwort. Erst wenn die Hygieneregeln nicht mehr so streng sind, wird das Sommerbad heuer eröffnen. Die Gemeinde will der Krise und einer möglichen verkürzten Saison damit gerecht werden, indem sie Familien-Monatskarten einführt – mit unbegrenzter Verweildauer. Für Kinder und Schüler bis 18 Jahre gibt’s, wie gehabt, die Sommerferien-Karte für 20 Euro. Die Einzelkarte für Erwachsene wird weiterhin sechs Euro kosten. Um den Betrieb zu unterstützen, empfahlen Stephan Ebner (CSU) und Michaela Reißfelder-Zessin den Kauf von „Unterstützer“-Jahressaisonkarten zum alten Preis von 100 Euro. Das letzte Wort zur neuen Gebühren-Satzung hat aber am 16. Juni der Gemeinderat.

Christine Cless-Wesle

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Beim Brand in einer Autowerkstatt in Gauting sind am Mittwochnachmittag drei Personen verletzt worden, eine davon schwer. Die Feuerwehr war mit etwa 70 Kräften im Einsatz.

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