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Dementi in Wort und per Aushang: Bürgermeisterin Brigitte Kössinger gab sogar TV-Interviews, um der Meldung von einer drohenden Schließung des Sommerbades zu widersprechen. Ursache war eine Mitteilung der Landtags-SPD.

Überregionale Medien hatten berichtet

Nach Schließungsgerüchten um Sommerbad am Starnberger See: Bürgermeisterin äußert sich im TV

Durch eine Pressemitteilung hat die Landtags-SPD Gautings Bürgermeisterin einen Fernsehauftritt beschert. Hintergrund: die angebliche Schließung des Sommerbades. Die Gemeinde nimmt Stellung.

Gauting – Auf der sonnigen Liegewiese im Gautinger Freibad stand Bürgermeisterin Brigitte Kössinger dem TV-Sender SAT 1 am Mittwoch Rede und Antwort. Der Ort war kein Zufall: Überregionale Medien hatten auf Basis einer SPD-Pressemitteilung gemeldet, dass das sanierungsbedürftige Gautinger Freibad von der Schließung bedroht sei. „Nein“, bekräftigte die Rathauschefin, niemand wolle das Bad dichtmachen. Im Gegenteil: „Wir werden alles tun, um unser Sommerbad zu erhalten.“

Pünktlich zu den Pfingstferien hatte Markus Rinderspacher den Stein ins Rollen gebracht. Der Sommerspaß im Freistaat sei getrübt, habe eine Anfrage des SPD-Landtags-Fraktionschefs beim Innenministerium ergeben. Denn 263 öffentliche Freibäder in Bayern seien „akut sanierungsbedürftig“ – und 30 sogar mangels Geld „von der Schließung bedroht“, darunter auch das Gautinger Sommerbad. Ein Badegast hatte die zugehörige Meldung der Bild-Zeitung vergrößert und gut sichtbar an den Gautinger Freibad-Eingang gehängt. Der Zeitungsausschnitt ist jetzt weg – stattdessen prangt im Fenster des Kassenhäuschens das offizielle Dementi unterm Gemeindewappen: „Das Gautinger Sommerbad bleibt offen – auch wenn es Meldungen und Gerüchte gibt, die das Gegenteil behaupten“, heißt es in der Mitteilung aus dem Rathaus. Und: „Nein!, wir stehen nicht kurz vor der Schließung.“ Sondern: „Wir versuchen, unser Schwimmbad zu erhalten – und für die Zukunft fit zu machen.“

Klar sei die einst für die Sommerolympiade 1972 erbaute Anlage mit beheizbarem 50-Meter-Trainingsbecken und Sprungturm inzwischen „eine alte Dame“, betonte die Bürgermeisterin. Just am Mittwoch war zum Beispiel die Wärmepumpe ausgefallen – wieder einmal. Doch die Gemeinde sei grundsätzlich bereit, in die mit sechs Millionen Euro kalkulierte Generalsanierung zu investieren. Bei nur knapp acht Millionen Gewerbesteuer sei diese freiwillige Aufgabe nicht ganz einfach zu stemmen, so die Bürgermeisterin. Denn schon der Unterhalt des Freibads verursache ein jährliches Defizit von rund 300 000 Euro. Doch „für unsere Bevölkerung“ und deren Gesundheit sei die Sport- und Freizeit-Einrichtung „unheimlich wichtig“.

Besucher kommen auch aus den Nachbargemeinden

Zufrieden blickte Kössinger am Rande der Dreharbeiten auf die Schwimmer, die im 50-Meter-Becken ihre Bahnen zogen. Aber auch auf die Kleinkinder, die sich mit ihren Mamis am Planschbecken vergnügten. Das Babybassin werde heuer nach Saisonschluss saniert, so Kössinger zum Merkur. Im Gemeindehaushalt sind für diese dringliche Maßnahme 750 000 Euro veranschlagt. Doch für die weitere Zukunft setzt die Rathauschefin auf eine Fördermaßnahme des Freistaates: Besucher kämen ja auch aus den Nachbarkommunen nach Gauting. In der Tat: Eva Berger beispielsweise stammt aus Neuried und war schon im Vorjahr mit befreundeten Neurieder Familien regelmäßig im Gautinger Bad. „Hier ist alles kompakter und mit meinen beiden Kindern übersichtlicher als in Germering“, sagt sie. „Es ist hier schöner, familiärer und ruhiger als im Westbad“, ergänzt Ariane Wilming. Die Gräfelfingerin war früher mit ihren Kindern „und einem großen Freundeskreis“ aus Gräfelfing im Sommerbad – und jetzt erstmals mit ihren beiden Enkelinnen.

Kössinger, selbst CSU, hegt dieselbe Hoffnung wie Rinderspacher. Er forderte in der Pressemitteilung, die Auslöser des Schließungswirbels war, einen staatlichen Sonderfonds in Höhe von 30 Millionen Euro, um Freibäder zu retten. „Die CSU-Staatsregierung darf die Kommunen nicht länger im Stich lassen.“ (cc)

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