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Das Salettl bei Schloss Fußbarg nimmt das neue Schosscafé auf.

Schlosscafé im Salettl

Pachtvergabe sorgt für Missstimmung

Mit dem Umbau des Salettls im Gautinger Schlosspark zum Bistro ist der Verein „Rettet das Schlosscafé“ eigentlich am Ziel. Wenn es da nicht das Verfahren zur Pachtvergabe gäbe.

Gauting Im für 150 000 Euro ausgebauten gemeindlichen Salettl bekommt das einstige „Schlosscafé Fußberg“ wieder eine Heimat. Doch dass das ehemalige Pächterpaar des Schlosscafés nach der Ausschreibung bei der Gemeinderatsmehrheit nicht zum Zuge kam, stößt dem Verein „Rettet das Schlosscafé“ sauer auf. Ohne Begründung habe das Rathaus Jane Höchstetter und Stefan Berchtold formlos abgesagt – „mit einer knappen E-Mail“, ärgert sich Vereinsvorsitzende Ulrike Deeg.

Dass das Schlosscafe im Salettl eine Heimat bekommt, „dafür sind wir unserem Gemeinderat und der Bürgermeisterin sehr dankbar“, sagt Deeg. Aber die Entscheidung der Ratsmehrheit und die Art und Weise, wie Höchstätter und Berchtold ausgebootet worden seien, hat die Vereinsmitglieder bitter enttäuscht. „Bürgerfremd und intransparent“ sei der gefällte Ratsbeschluss vom 14. Februar, sagt Ulrike Deeg. Denn die Kriterien der Ausschreibung hätten die einstigen Schlosscafé-Wirte erfüllt. Dennoch seien sie ohne Begründung abgewiesen worden.

Derzeit betreibe das mit dem Gautinger Klinge-Preis geadelte Bewerberpaar, Kulturmanagerin Jane Höchstetter und Jazzmusiker Stefan Berchtold, ein florierendes Bio-Catering. „Mit Kuchen in Bioqualität und Mittagstisch für Gewerbetreibende hätten die beiden Gautinger dem neuen Café im Salettl eine solide wirtschaftliche Zukunft geben können“, glaubt Deeg und folgert: „Vielleicht wollen manche nur Ruhe im Schlosspark.“

Der Verein wolle aber mehr – nämlich einen „lebendigen Schlosspark im Austausch mit den Bürgern“. Deshalb werde sich „Rettet das Schlosscafé“ trotz der Ablehnung seiner Favoriten für die Pächterrolle nicht auflösen, sondern der Gemeinde bei öffentlichen Veranstaltungen Unterstützung anbieten.

Befremdet über die öffentliche Kritik ist Vizebürgermeister Dr. Jürgen Sklarek: „Wenn wir als Gemeinde für 150 000 Euro unsere Immobilie umbauen, dürfen wir die öffentliche Ausschreibung dieses Cafés nicht auf ein bestimmtes Pächterpaar zuschneiden.“ Das lasse der Gesetzgeber gar nicht zu. „In einem sachlichen Disput“ habe der Gemeinderat hinter verschlossener Tür die Entscheidung gefällt, dass Höchstetter und Berchtold nicht zum Zuge kommen. „Das war eine demokratische Entscheidung: Die muss man akzeptieren“, betont Sklarek. Momentan seien noch zwei Bewerber fürs Salettl im Rennen: Wie in der öffentlichen Ausschreibung verlangt, hätten beide ein Konzept mit kultureller Nutzung vorgelegt. Auch die Freunde des Schlosscafés könnten sich da einbringen.

Wirtschaftsförderer Dr. Fabian Kühnel-Widmann habe Höchstetter und Berchtold nicht nur per E-Mail abgesagt, wie vom Verein behauptet, sondern noch lange mit Beiden telefoniert, ergänzt Rathaussprecherin Charlotte Rieboldt: „Dabei musste sich der immer höfliche Dr. Kühnel-Widmann einiges anhören.“

Christine Cless-Wesle

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