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Amtsgericht

Wie konnte das passieren?

Gauting - Weil sie eine Radlerin umgefahren hat, stand eine Gautingerin (37) vor Gericht. Sie hatte mit ihrem Auto eine Rentnerin auf dem Fahrrad umgefahren, es aber nicht bemerkt, schwört sie. Die Anklage lautet trotzdem: fahrlässige Körperverletzung. 

Der Alptraum jedes Autofahrers ereignete sich im vergangenen Mai für eine Toyota-Fahrerin aus Gauting. Die 37-jährige Frau und Mutter kollidierte plötzlich mit einer radelnden Rentnerin – bis heute kann sie sich nicht erklären, wie sie die 84-Jährige übersehen konnte. Wegen fahrlässiger Körperverletzung musste sich die 37-Jährige jetzt vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten. „Ich habe mir immer wieder den Kopf zerbrochen, warum ich die Dame überhaupt nicht wahrgenommen habe“, sagte sie vor Gericht.

Die Fakten sind klar. Die Toyota-Fahrerin hatte keine Vorfahrt, als sie an jenem Mittag am Stoppschild von der Buchendorfer Straße in die stark befahrene Münchener Straße abbog. „Ich habe mich eingefädelt, hörte noch den Ruf ‚Halt‘ und sah, wie die Frau mit dem Rad umkippte und auf die Straße fiel.“

Der Zufall wollte es, dass sogleich ein Streifenwagen vor Ort war, der sich der Situation annahm. Laut Auskunft eines Polizisten habe die Radfahrerin noch am Unfallort beteuert, mit ihr sei alles in Ordnung. Zwar soll die schwer demente Frau laut Anklage leichte Prellungen und Abschürfungen davon getragen haben, von einer Anzeige sah die Rentnerin jedoch ab. „Sie kann sich an den Unfall überhaupt nicht mehr erinnern und ist wegen ihrer Demenzerkrankung auch nicht in der Lage, hier auszusagen“, sagte Richterin Christine Conrad.

Angesichts des fehlenden Strafantrages, der lediglich leichten Verletzungen sowie vor dem Hintergrund der bisher unbeschriebenen Vorstrafen- und Verkehrszentralregister der Angeklagten, sah das Gericht von einer Verurteilung ab. Das Verfahren wurde eingestellt. Die Gautingerin wird lediglich mit einer 900 Euro teuren Geldauflage belastet, gilt aber weiterhin als unbescholten.

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