Fünf Millionen gestrichen

Gauting - Nach drei schier nicht enden wollenden Sitzungen hat der Gautinger Finanzausschuss scheinbar Unmögliches möglich gemacht. Ein wahres Streichkonzert.  

Zum Finale dieser Haushaltsberatungen schafften die Räte doch noch einen ausgeglichenen Etat. Doch ein Zwei-Millionen-Kredit muss heuer trotzdem aufgenommen werden. In der Sitzung am Donnerstag wurde deshalb nochmals kräftig gekürzt.

Gerade noch rechtzeitig rettete Professor Jürgen Schade (Grüne) die Sanierungsmaßnahmen im Sommerbad vor dem Rotstift. Und gegen das Votum von Britta Hundesrügge (FDP) empfahl das Gremium dem Rat, die Grundsteuer B anzuheben: Mit einer Steigerung von 310 auf 360 Punkte wird die Gemeinde heuer nämlich 400 000 Euro Mehr-Einnahmen erzielen.

Gleich bei der Ersatzbeschaffung des 250 000 Euro teuren Tanklöschfahrzeuges setzte Anne Franke (Grüne) den Rotstift an. Doch Rathauschefin Dr. Brigitte Kössinger kämpfte „für die Sicherheit der Bürger“ und setzte sich durch.

Anne Franke (Grüne) wiederum machte sich für die Grundschule Stockdorf stark, deren Ausbau dem Rotstift zum Opfer fiel. Die Rektorin sei aus allen Wolken gefallen, erzählte die Anne Frane und forderte, den Mehrheitsbeschluss zurückzunehmen. Denn die Grundschule platze aus allen Nähten. Doch die Bürgermeisterin verwies auf den Ratsbeschluss. Die über einen Kredit zu finanzierende 2,24 Millionen Euro teure Aufstockung wird auf 2018 verschoben. „Können wir nicht das Mühlrad verschieben?“ fragte Petra Neugebauer (SPD). Da führe kein Weg hin, bedauerte Kössinger. Sponsoren hätten 16 000 Euro locker gemacht – damit das historische Mühlrad heuer für 120 000 Euro restauriert wird.

„Unsere Sportstätten mit Jugend- und Integrationsarbeit müssen wir erhalten“, forderte Britta Hundesrügge. Mit diesem Argument erhält der TV Stockdorf 30 000 Euro für die Erneuerung der Heizanlage. Doch beantragte 38 700 Euro für die Longierhalle des Reit- und Fahrverein an der Holzschleif hielt Wolfgang Meiler (BiG) für überzogen. Trotz Inklusions- und Jugendarbeit sei Reiten kein Breitensport, fand auch Anne Franke. Der Zuschuss wurde am Ende auf 15 000 Euro gekürzt.

Um die Zukunft der Freibads entspann sich ein erbitterter Kampf: Von den mit Rathaus-Techniker Christian Ruhdorfer erarbeiteten Verbesserungsvorschlägen stehe nichts im Haushalt, rügte Schade als Mitglied der Freibad-Arbeitsgruppe. „Das wird korrigiert“, versprach die Bürgermeisterin. 190 000 Euro für Sanierungsmaßnahmen an der 50-jährigen Sportanlage werden nun neu in den Etat eingestellt.

Am Dienstag, 2. Februar, wartet die finale Abstimmung über das umfangreiche Zahlenwerk nun auf den Gemeinderat. Der Vermögenshaushalt konnte gegenüber dem Erst-Entwurf immerhin von 15 auf 10,2 Millionen reduziert werden.

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