Gemeinderat präsentiert seine Visionen zum Verkehr in Gauting

Gauting - Das Gesamtverkehrskonzept ist noch nicht einmal in Auftrag, das Planungsbüro noch nicht ausgewählt, aber eine Diskussionsgrundlage gibt es schon.  

Wer morgens vor Schulbeginn und abends im Berufsverkehr steht, weiß ein Leid-Lied zu singen: Der Ziel- und Quellverkehr mit Einkaufsfahrten und Transport im Mama-Taxi, reißt in Gauting nicht ab. Im Vorfeld eines Verkehrsplans hat Richard Eck nun eine Schrift verfasst. Titel: „Gedanken und Anregungen“ – eine Diskussionsgrundlage. Eine Idee darin ist eine neue Brücke beim Friedhof.

Wie berichtet, wünscht sich Gauting Tempo-30-Zonen. Das Verwaltungsgericht verlangt dafür einen Verkehrsplan, der Ortsverbindungs- oder Wohngebiets-Erschließungsstraßen eindeutig klassifiziert (wir berichteten). Dieses Gesamtverkehrskonzept steht 2016 auf der Agenda.

Vorab hat Gemeinderat Eck eine Studie verfasst. In die Schrift sind auch früher erarbeitete Pläne und Ergebnisse des Bürgerworkshops von 2008 eingeflossen. Bus-, Auto-, Fahrrad- und Fußgänger-Verkehr stünden immer im Zusammenhang, betont Eck. Weil Gauting kontinuierlich wachse, steige auch die Pkw-Dichte – zwischen 2003 und 2013 um etwa 730 Autos. DerDurchgangs-, Ziel- und Quellverkehr nehme also weiter zu. Aber auch der Parkdruck. Das Straßennetz blieb im selben Zeitraum unverändert.

Hol- und Bringfahrten verringerten sich nur, wenn man an zwei Schrauben drehte: Zum einen an einem Busangebot im Stundentakten. Zum anderen an ergänzten sichereren durchgängigen Radrouten. Mit zunehmenden E-Bikes seien auch Umwege machbar.

Verbessern will Eck die Akzeptanz der Linienbusse. Er rät zu vier neuen, wohngebietsnahen Haltestellen. Für den Umstieg aufs Fahrrad müssten aber auch Abstellplätze ergänzt werden. Zum Beispiel an der neuen Bus-Haltestelle Germeringer Straße/Waldpromenade für Radler aus der Kolonie. Bergab am Kriegerdenkmal an der stets verstopften Bahnhofstraße plädiert Eck für einen aufgeweiteten Rad-Aufstellstreifen. Statt sich rechts am Autoverkehr vorbeizuzwängen, hätten Radler-Pulks mit vor geschaltetem Ampelgrün dann Vorfahrt. Wegen des starken Radler-Ausflugverkehrs an Wochenenden empfiehlt Eck an der Grubmühlerfeldstraße einen Schutzstreifen.

Acht neue Radstrecken hat er ebenso im Blick: Von der Bahnhofstraße zum Schwimmbad und GSC soll die neue Süd-Route gebaut werden – über die schon geplante Wegverbindung beim Lidlparkplatz. Vom Endpunkt soll der Radweg Richtung Starnberg und Königswiesen fortgesetzt werden.

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