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Das Defizit beim Betrieb des Gautinger Sommerbades ist gestiegen. Darum werden die Gebühren erhöht. 

Sommerbad

Gauting dreht an der Gebührenschraube

Bei einer Klausur will der Gemeinderat Gauting im Herbst die freiwilligen Leistungen der Kommune auf den Prüfstand stellen. Weil das Landratsamt der klammen Gemeinde im Nacken sitzt, hat diese die Gebührensatzung für ihr Freibad schon jetzt angepasst.

Gauting„Wir dürfen unser Defizit nicht weiter erhöhen“, gab Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger im Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend die Marschrichtung vor, warum man schon jetzt an den Schrauben der Gebührensatzung für das Sommerbad drehen muss. Fazit: Die Gebühren steigen. Die Tageskarte für Erwachsene kostet ab der Saison 2019 6 statt bisher 5 Euro. Nur bei Kindern und Jugendlichen bleiben die Preise unverändert.

„Wir wollen, dass unser Nachwuchs schwimmen lernt“, eröffnete Stephan Ebner (CSU) die Gebühren-Debatte. Kinder ab sechs Jahre und Jugendliche sollen daher auch in Zukunft 2,50 Euro Eintritt im Sommerbad bezahlen. Die Rathausverwaltung hatte eine Erhöhung auf 3 Euro vorgeschlagen. Auch Zehner-Bäder-Tickets und Saison-Karten für Kinder, Jugendliche, Auszubildende und Studenten bis Ende des Kindergeldbezugs sollen preisstabil bleiben. Ebner setzte sich gegen den Verwaltungsvorschlag durch: Keine Erhöhung für die Jugend. Kinder bis sechs Jahre haben auch weiterhin freien Eintritt.

Tobias McFadden (Piratenpartei) waren die Gebührenerhöhungen ein Dorn im Auge. Stattdessen sollte man bei den auf 600 000 Euro geschnellten Betriebskosten den Rotstift ansetzen. Wenn er für die Tageskarte mit seiner Frau und den beiden Kindern statt bisher 15 künftig 17 Euro zahlen müsse, fahre die Familie mit der S-Bahn billiger ins „Paradies“ am Starnberger See. Die Gemeinde verliere durch Gebührenerhöhungen für Erwachsene Badegäste, warnte McFadden.

Jens Rindermann (Grüne) hakte nach: Ausgerechnet während des Traumwetters in den Pfingstferien seien Besucher ins Freibad gekommen – ohne zu zahlen. Denn der neu angeschaffte Kassenautomat war wieder defekt. „Anfangs war die Platine kaputt. Danach hat der Geldeinzug nicht funktioniert“, berichtete die Bürgermeisterin. Als es in den Pfingstferien zu den Defekten kam, sei die Kassenkraft wegen eines Handbruchs auch nicht einsatzfähig gewesen. An fünf Tagen kamen die Gäste daher ins Sommerbad, ohne zu zahlen. Jetzt sei die Kasse wieder besetzt, der Softwarefehler im Zahlsystem behoben.

Die Sommerbad-Besucher kämen bis aus Planegg und Pasing, sagte Kössinger. Die sollten das Defizit mittragen. Extra-Preise für Einheimische seien nicht realisierbar, bedauerte die Bürgermeisterin auf Nachfrage von Britta Hundesrügge (FDP). Die bis zu 20-prozentige Gebührenerhöhung ging danach mit 9:3 Stimmen durch. Mit einem moderateren Gebührenanstieg von nur 50 Cent konnte sich Stephanie Pahl (parteifrei) nicht durchsetzen. Die Familien-Saisonkarte steigt von 130 auf 135 Euro. Nur Kinder und Jugendliche dürfen sich über die alten Preise freuen.

Das letzte Wort hat am kommenden Dienstag der Gemeinderat.

Von Christine Cless-Wesle

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