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Die tolle Welt in Großvaters Garten: Pavel Karmazin mit seinen Enkeln Leo (l.) und Philipp. 

Opa aus Leidenschaft

Indianer-Pfad und Lärmschutz: Der geheimnisvolle Garten in Königswiesen

Pavel Karmazin baut für seine Enkel einen Indianer-Pfad – und schützt sich vor Lärm.

Königswiesen – Wegen des Verkehrslärms von der Hauser Straße griff der Königswieser Pavel Karmazin zur Selbsthilfe: Aus dem Aushub seiner neu gebauten Garage, aber auch aus dem vom See-Rosen-Teich schüttete der IT-Fachmann in vielen Arbeitsstunden einen schon mit Bau-Kies begonnenen Erdwall auf. Auf dem etwa 1,70 Meter hohen und 20 Meter langen, bepflanzten Wall haben Pavel Karmazins Enkelkinder nun einen geheimen, begehbaren Tunnel-Indianer-Pfad – mit „Tor zum Paradies“ aus der Werkstatt ihres Großvaters.

Reife Früchte leuchten auf dem ausladenden Kirschbaum am Garteneingang. „Auf den alten Kirschbaum, der uns Schatten spendet, klettern auch unsere Enkel und die Nachbarskinder“, erzählt Pavel Karmazin lachend und führt gleich weiter zum Seerosenteich, der gerade nicht minder angenehm im Sonnenlicht leuchtet. „Ich hatte Rückenschmerzen“, gesteht der 75-jährige Informatiker. Weil er gelesen habe, dass aktive Bewegung dagegen hilft, kam der Königswieser auf die Idee, einen Teich anzulegen. Insgesamt zehn Kubikmeter Erdreich habe er ausgehoben und zum bereits in den 1980er-Jahren begonnenen Wall entlang der Hauser Straße gekarrt.

Ein Knopfdruck – und schon plätschert ein Springbrunnen gegen den durchdringenden Lärm eines Motorrads an. Libellen, Frösche und Fische tummeln sich im mehr als einen Meter tiefen Teich mit einer Lärchenholz-Plattform. Über die mit Holz befestigte Stufen geht‘s hoch auf den bepflanzten, mit Bäumen befestigten Kompost- Erdwall entlang der Hauser Straße.

Der Erdwall ist für Karmazins Enkel ein Paradies

„Der Wall ist so breit, dass ich da oben mit dem Mäher fahren kann“, sagt der Königswieser. Die Maße hat Pavel Karmazin berechnet, denn der ITler arbeitete früher unter anderem in der Akustik-Abteilung von Siemens. Um den Straßenlärm wirklich zu dämmen, erklärt Pavel Karmazin, benötige man nämlich „viel Masse“. Eine reine Lärmschutzwand „reicht nicht“. Deshalb ist der von seiner Tochter Sabine bepflanzte breite Erdwall „mit unserem Garten als Sockel“ auch bis zu 1,70 Meter hoch aufgeschüttet und erstreckt sich über die gesamte Grundstücksseite an der in beiden Richtungen stark befahrenen Hauser Straße.

Für die Enkel Leo und Philipp ist der mit Baumwurzeln befestigte Erdwall mit dem aus Hecken geschnittenen Tunnelgang das Paradies. Der Großvater hat immer wieder Überraschungen eingebaut. Zum Beispiel die kleine Holz-Bar, „wenn die Kinder Party feiern“. Am Entrée zum Indianerpfad steht gleich ein eindrucksvoller Sheriff mit zwei Gewehren: Pavel Karmazin hat die bemalte Holzfigur mit der Kettensäge aus einem Baumstamm gesägt. Auch einen Totempfahl mit giftig leuchtenden Augen – „die Röhrchen sind vom Sperrmüll“, verrät der Künstler – gibt‘s zu entdecken. Und im „Gefängnis“ mit dem Totenkopf „war heute eine Erdkröte eingesperrt“, erzählt Pavel Karmazin lachend. Daneben steht die bunt bemalte Figur des Indianerhäuptlings. Aus Lackresten hat der kreative Großvater sein abstraktes „Tor zum Paradies“ bepinselt. Im Garten stehen ausrangierte, vom Großvater restaurierte Holzpferde für die beiden Enkel bereit. Mit Schmuckwaffen, „Mitbringsel“ von der Hochzeitsreise durch Afrika und Asien, erzählt Pavel Karmazin, ist das Abenteuer für Philipp (10) und Leo (12) im geheimnisvollen Garten perfekt. 

Christine Cless-Wesle

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