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Die Natur- und Umweltschutzexpertin Magdalena Bahr ist in Gauting jetzt auch Biberberaterin.

Natur- und Umweltschutz

Wenn fleißige Nager zum Problem werden

An der Würm fühlen sich die Biber offensichtlich wohl. Die Population wächst. Nicht zu jedermanns Freude. Die Gemeinde Gauting hat nun eine Biberberaterin.

Gauting – Respektvoll sollte der Mensch mit dem klugen Nager umgehen, rät die frisch geschulte Gautinger Biberbeaufragte Magdalena Bahr. Im späten Frühjahr, wenn das Wildtier mit seinen Jungen erstmals die Hochburgen an der Würm verlässt, wäre es sinnvoll, Hunde an die Leine zu nehmen. Auch Menschen, die ihnen zu nah kommen, empfinden die Biber in dieser Zeit als Bedrohung, erläutert Bahr den Grund der dramatischen Biber-Attacken im Mai 2015 bei Grubmühl.

„Jeder Bürger kann sich bei mir melden“, sagt die Gautinger Biberberaterin. Sie informiere Privatleute über Uferschutzmaßnahmen oder Drahthosen um Bäume gegen den Verbiss durch die fleißigen Nager. Am Mittwoch hat Magdalena Bahr (32) im Landratsamt ihre Urkunde ausgehändigt bekommen. Offiziell im Einsatz ist die Biberbeauftragte ab 1. März.

„Ich bin an der Würm von Starnberg bis Gauting zuständig“, erklärt die studierte Landschaftsarchitektin ihren neuen Job. Ob Grubmühl noch zu ihrem Gebiet gehören wird, werde sie mit ihrem Kollegen Franz Wimmer klären. Er ist der zweite Biberberater im Würmtal und übernimmt bereits den Part Umweltbildung an den örtlichen Schulen.

Magdalena Bahr hat an der Hochschule Weihenstephan Landschaftsarchitektur und -planung studiert. Seit vorigem August unterstützt die 32-Jährige den Gautinger Umweltmanager Wilhelm Rodrian im Rathaus. Zum Aufgabengebiet der jungen Frau, die in Tutzing wohnt und täglich mit der S-Bahn nach Gauting fährt, gehören Baumschutz, Fällanträge, der Ausbau des Gautinger Ökokontos, Schutz- und Pflegekonzepte für gemeindliche Grünanlagen und Biotope, sowie die Beratung im Natur-, Arten- und Tierschutz. Jetzt kommt noch die Biberberatung hinzu.

Das Nagetier staue Gewässer auf, um seine Hochburgen zu bauen, erklärt Bahr. In den neu eroberten Lebensräumen mit Feuchtwiesen siedelten auch Schwarzstorch, Otter und Schmetterlinge an. Ein solches „intaktes System“ mit Moor für den Biber gebe es noch im Leutstettener Moos vor den Toren Gautings. Die Nager hätten eine geringe Population, sagt die Beraterin. Im Frühjahr werfe das Biberweibchen drei Junge. Erst nach zwei bis zweieinhalb Jahren verlassen die Jungen ihre Familien-Hochburg – und suchen sich ein neues Revier. Die Biberberaterin ist zu erreichen unter Telefon (089) 89 33 71 81.

Christine Cless-Wesle

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