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Der Stockdorfer Bahnhof wird umgebaut, aber von Lärmschutz ist keine Rede. 

Deutsche Bahn

Kein Anspruch auf Lärmschutz

Der Lärmaktionsplan für die Bahnstrecken mit mehr als 30 000 Zugbewegungen im Jahr liegt öffentlich aus. Hoffnungen mancher Bahnanreiner, damit auch Lärmschutz zu erreichen, scheinen zu zerplatzen.

Gauting/Stockdorf Wer an der Stockdorfer Alpenstraße wohnt und die Güter- und Fernzüge der Deutschen Bahn sowie die S-Bahnen durchpfeifen oder bremsen hört, weiß ein Lied vom Lärm an einer Bahnstrecke zu singen. Besonders geplagt sind derzeit die Anwohner der Großbaustelle Bahnhof Stockdorf. Das Ehepaar Müller, das gleich gegenüber wohnt, hatte seine Hoffnung in den Lärmaktionsplan des Eisenbahnbundesamtes gesetzt – vergebens. Die laufende Öffentlichkeitsbeteiligung zu dem bundesweiten Aktionsplan begründe „keine Ansprüche auf Lärm-Minderungsmaßnahmen“, hatte Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger in der jüngsten Bauausschusssitzung bedauert.

Betroffene sind aufgefordert, sich zum noch bis 25. ugust öffentlich ausgelegten Lärmaktionsplan zu äußern, erläuterte Kerstin Eberhardt vom Gautinger Bauamt in der Sitzung. Ab einem Verkehrsaufkommen von mehr als 30 000 Zügen pro Jahr können vom Lärm geplagte Anrainer von Schienenwegen ihre Eingaben machen.

Papier ist aber geduldig. Das bekam auch Ulrich Müller zu spüren. Der Stockdorfer wohnt an der Alpenstraße, direkt beim Bahnhof, der zur Zeit barrierefrei gemacht wird. Die Gelegenheit für Lärmschutzmaßnahmen wäre in der laufenden Bauphase günstig, dachte sich der Stockdorfer. Müller schickte daher ein Schreiben an die Bürgermeisterin, Gemeinderäte, aber auch an die DB Netz AG. Denn die Verkehrsfrequenz der Fernzüge und S-Bahnen „nimmt immer mehr zu“, sagt der Stockdorfer gegenüber unserer Zeitung. Auch Durchfahrts- und Bremsgeräusche der Züge würden immer lauter, ebenso die Lautsprecher-Durchsagen.

Weil der frühere Metallzaun zum Gleis an der Bahnhofbaustelle schon abmontiert sei, schlug der Stockdorfer vor, die Bahn möge im Rahmen der Baumaßnahme Lärmschutzwände hochziehen – zum Schutz des beidseits vom Gleis liegenden „durchgängigen Siedlungsgebiets von Planegg bis zur Grubmühler Lücke“. Doch von der DB Netz AG habe er schon im November 2015 eine abschlägige Antwort erhalten,“, erklärt Müller. Da es bei dem Ausbau nur um die Barrierefreiheit gehe, aber nicht um eine Erneuerung der Gleisanlage, müsse die Bahn keine Lärmschutzmaßnahmen ergreifen, heißt es im Antwortschreiben der DB Netz. Nur bei der Lautsprecheranlage werde es eine Besserung geben. Im Rahmen der laufenden Baumaßnahme würden nämlich digitale Anzeigen an den Bahnsteigen installiert.

In der Bauausschusssitzung hatte Eva-Maria Klinger (CSU) den Brief von Müller nochmals zum Thema gemacht. Die Bürgermeisterin will die Anregung des Stockdorfers an das jetzt zuständige Eisenbahnbundesamt weitergeben.

Ein Aspekt stieß den Gemeinderäten sauer auf: Gegenüber dem vorangegangen Lärmaktionsplan der Regierung von Oberbayern aus dem Jahr 2014 gehe der aktuelle Aktionsplan unter der Regie des Eisenbahnbundesamts völlig überraschend von niedrigeren Lärmwerten aus. „Wie kommt es dazu?“, fragen sich die Ausschussmitglieder. Sie forderten daher, die frühere Lärmstatistik in die jetzige Öffentlichkeitsbeteiligung mit einzubeziehen. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Christine Cless-Wesle

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