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Millionen mehr eingenommen als geschätzt hat die Gemeinde Gauting im vorigen Jahr. Übrig bleibt aber nicht viel.

Gemeindeetat

Einnahmeplus zerronnen wie gewonnen

Wie gewonnen, so zerronnen, könnte man die aktuelle finanzielle Situation der Gemeinde Gauting zugespitzt bezeichnen. Auf der Einnahmenseite ist im vergangenen Jahr die Vorausschätzung deutlich übertroffen worden. Kehrseite der Medaille: Die Gemeinde muss einen Millionenbetrag an Gewerbesteuer zurückzahlen und die nicht erwarteten Mehreinnahmen schlagen sich auf staatliche Zuschusskürzungen und eine höhere Kreisumlage im kommenden Jahr nieder.

Gauting – Die Gautinger Gewerbesteuereinnahmen beliefen sich 2017 auf 9,5 Millionen Euro, gerechnet war mit 7,5 Millionen, erläuterte Kämmerin Heike Seyberth in der Gemeinderatssitzung. Auch der Ansatz bei der Einkommensteuer schnellte von kalkulierten 17,7 Millionen auf knapp 18,7 Millionen Euro. Also fast eine Million mehr. Gestiegene Immobilienpreise brachten der Gemeinde ein weiteres Plus: Laut Bericht der Kämmerei erhielt die Kommune aus der Grunderwerbsteuer 2017 etwa 977 000 Euro. Angesetzt waren nur 650 000 Euro.

Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer: Die vom Finanzamt schon angekündigte Rückzahlung von 1,6 Millionen Euro an ein örtliches Unternehmen muss heuer erfolgen. Und: Weil die Steuerkraft so gut war, wird in die Würmtalgemeinde künftig weniger staatliche Förderung fließen – zum Beispiel für Schulbauten oder Kindertagesstätten, bedauerte die Kämmerin. Und die Kreisumlage wird 2019 steigen. Für gesicherte, auch in Zukunft wachsende Steuereinnahmen hofft die Kämmerin auf die geplanten neuen Gewerbegebiete.

Leider konnte der gemeindliche Haushalt für 2018 nicht so zeitnah erstellt werden wie der Etat vom Vorjahr, erinnerte Seyberth an den Personalausfall in der Kämmerei. Damit die Verwaltunghandlungsfähig bleibt, werden nicht getätigte Ausgaben in Höhe von fast 3,3 Millionen Euro auf dieses Jahr übertragen. Zusätzlich werden auf die Haushaltstelle Straßenunterhalt 87 331 Euro vom Vorjahr auf 2018 übertragen. Es geht um Maßnahmen des Würmtal-Zweckverbands (WZV). Ohne weitere Debatte stimmten die Räte der Beschlussvorlage der Kämmerin zu. Die öffentlichen Beratungen für den Haushalt 2018 beginnen erst am 6. März.

Christine Cless-Wesle

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