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Fachmann: Martin Okrslar vom Vorstand der Maro- Genssenschaft gab Tipps zum „Bürgerbahnhof“.

Info-Abend zu Bürgerbahnhof und Wohnen

Genossenschaftsidee auf Parkdeckfindet Anklang in Gauting

Ungebrochen ist das Interesse am künftigen Bürgerbahnhof Gauting in Kombination mit Genossenschaftswohnungen auf dem geplanten gemeindlichen Parkdeck: Rund 50 interessierte Gautinger kamen am Montag zum Infoabend in die alte Bahnhofs-Pizzeria.

Gauting – Hans Wilhelm Knape und Christiane Lüst (beide Soziale Ökologen) informierten über das Projekt.„Nicht nebeneinander her, sondern miteinander“ lautet das erklärte Ziel der Maro-Genossenschaft mit Sitz in Ohlstadt, erläuterte deren Vorstand Martin Okrslar. Die Initiatoren des Bürgerbahnhofs sind an einer Kooperation interessiert. Gerade für Alleinstehende, die eine Art Großfamilie suchen, sei das Genossenschaftsmodell in einer „lebendigen Gemeinschaft“ attraktiv. 60 Prozent der Genossenschaftswohnungen von Maro sind öffentlich finanziert, 40 Prozent frei finanziert, erläuterte Okrslar das Modell. Dadurch entstehe im Mehrgenerationen-Wohnen eine gute Mischung – sogar im hochpreisigen Gauting wäre das „ohne Angst vor Sozialfällen“ möglich. Die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, angestellte Gärtnerin in Vollzeit, zahle für ihren geförderten Wohnraum in der Genossenschaft lediglich 5 Euro pro Quadratmeter, rechnet der Vorstand an einem Beispiel vor. Die andere Hälfte der Miete beziehe die Genossenschaft über die Staatsförderung via „Einkommen orientiertes Wohnen“ (EOK). Doch sobald die Mutter mehr verdiene, falle diese Zulage wieder weg.

Auch „die ganz normale Rentnerin“ komme zum Zuge oder ein Ehepaar mit drei Kindern, das bis zu 94 000 Euro brutto verdient. Grundvoraussetzung sei eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft mit mindestens drei Anteilen für zusammen 1500 Euro. Über weitere Anteile gebe es bis zu vier Prozent Dividende. Das „Filetstück“ der energetisch gebauten Genossenschaftswohnungen mit guter Ausstattung sei das als Gemeinschaftsraum konzipierte „erweiterte Wohnzimmer“ für Hausversammlungen, Arbeitsgruppen, Musizieren oder aber für Geburtstagsfeiern. Immer gut belegt seien im Maro-Konzept auch Gästezimmer für Besucher. Die „Genossen“ verwalteten ihre Hausgemeinschaft selbst und hätten ein lebenslanges Wohnrecht, ohne Belastung des kommunalen Haushalts.

Ein geglücktes Maro-Beispiel sei der denkmalgeschützte Alte Pfarrhof in Windach mit 15 Wohnungen, davon acht geförderte – und Traum-Mieten von 3,60 bis 8,60 Euro. Im Zusammenhang mit dem Bürgerbahnhof Gauting und dem zu überbauenden, gemeindlichen Parkdeck wäre dieses Modell eine gute Lösung, lobt Dr. Andreas Romero. „Das ist die Wohnform, die Gauting braucht“, erklärte Knape. Denn die von Bürgern gewünschte Kulturnutzung im alten Bahnhof sei in Kombination mit Genossenschaftswohnungen auf dem Parkdeck im Herzen Gautings auch realisierbar.

Christine Cless-Wesle

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