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Gautinger sollen ganzjährig aufs Fahrrad

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Tempo 30 ist beim Gautinger Schulcampus (rechts im Bild die Realschule) auf 300 Meter erlaubt. © Stefan Schuhbauer-von Jena

Der Verkehr ist in Gauting Thema Nummer eins. Mehr als 200 Gautinger informierten sich im Bosco über den Zwischenbericht zum Integrierten Gesamtmobilitätskonzept.

GautingDer Saal im Bosco war am Montagabend gut gefüllt. Die Gautinger wollten wissen, wie es um das Gesamtverkehrskonzept für die Würmtalgemeinde, auch Intergriertes Gesamtmobilitätskonzept genannt, bestellt ist. Verkehrsplaner Dr. Ralf Kaulen informierte über das künftige Netz für Kraftfahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger.. Erklärtes Ziel: Die Gautinger sollen ganzjährig aufs Rad umsteigen.

Sichere Fußgänger- und Radwege stehen ganz oben auf der Wunschliste der Gautinger, erläuterte Verkehrsplaner Kaulen das Zwischenergebnis. Neueste Zählungen hätten ergeben, wie viele Kraftfahrzeuge täglich über die Staatsstraßen im Ort rollen: 12 500 Kfz seien es auf der Bahnhof-,und 9700 auf der Starnberger Straße. Mit 14 600 Kfz sei die Münchener Straße am stärksten belastet. Der Umstieg aufs Fahrrad auf attraktiven, schnellen Routen oder Schutzstreifen müsse auch in den Köpfen der Bürger verankert werden, sagte der Fachplaner. Ziel sei ganzjähriger Radverkehr, um Gauting von Autostaus zu entlasten. Fußgänger benötigten attraktive Aufenthaltsflächen – wie Parkbänke an der Bahnhofstraße.

„Lassen Sie uns Vorbild sein – und radeln“

„Das sind zwei Welten“ – der Planer erläuterte den Unterschied zwischen Tempo 30 bei linearer Gefahrenlage und Tempo-30-Zonen. Letztere erlaube der Gesetzgeber nur auf klassifizierten Ortsstraßen. Vor diesem Hintergrund gelte auf der Germeringer, der Unterbrunner, der Buchendorfer, der Bahnhof- und der Grubmühlerfeldstraße in Zukunft Tempo 50, erklärte Kaulen den teils erstaunten Zuhörern. Nur im Bereich der Kindertagesstätte „Villa Fantasia“ und beim Schulcampus an der Germeringer Straße dürfe die Gemeinde auf einer maximalen Streckenlänge von 300 Meter punktuell Tempo 30 anordnen.

„Das Herz“ des Ortes, die Strecke zwischen Pippin-, Bahnhofsplatz und Bahnhofstraße werde erst im nächsten Schritt entwickelt – gemeinsam mit Cornelia Schreiber, die das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept umsetzt. „Mein Appell an Sie: Lassen Sie uns Vorbild sein – und radeln“, rief Kaulen den Gautingern zu.

Weitere Infos auf der Gemeinde-Webseite

Anschließend folgten Einzelgespräche. Seniorenbeirat Hans Herde vermisst eine Lösung für die Ammersee-Unterführung. Für Radler sei es dort „lebensgefährlich“ ohne eigene Spur. Auch eine Radweg-Verbindung vom Caritas-Pflegeheim an der Schulstraße, vorbei am neuen BRK-Campus bis zum Schwimmbad fehle, kritisierte Herde. 

Sybille Kramer, Schüler-Mutter vom Buchendorfer Berg, stößt Tempo 50 an der Buchendorfer Straße sauer auf: Für Kinder ab zehn Jahre,, die neben MVV-Bussen auf der Fahrbahn radeln müssen, sei das zu gefährlich, erinnerte sie an einen Schüler-Unfall. Sie sei deshalb nicht die einzige, die ihre drei Kinder zur Schule oder zu Nachmittagsaktivitäten mit dem Auto fahre. Weitere Informationen zum Konzept gibt es auf der Gemeinde-Seite www.gauting.de.

Von Christine Cless-Wesle

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