+
Die Tempo-30-Zone kommt am Buchendorfer Berg.

Verkehrskonzept

Tempo raus und mehr Rechte für  Radler

Die Debatte war lang. Aber am Schluss verabschiedete der Gautinger Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss am Donnerstagabend das von Fachplaner Dr. Ralf Kaulen vorgelegte Gesamtverkehrskonzept.

Gauting Dicht besetzt waren die Zuschauerreihen im großen Sitzungssaal des Gautinger Rathauses, als am Dienstag dem Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss das mit Spannung erwartete Gesamtverkehrskonzept präsentiert wurde. Zum Auftakt machte das Gremium gleich Nägel mit Köpfen: Gegen Stimmen aus CSU und UBG votierte die Mehrheit mit Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger für eine Tempo-30-Zone auf der Buchendorfer Straße ab Einmündung Münchner Straße bis zum Ortsschild vor Buchendorf. Das solle vor allem dem Schutz der Schulkinder dienen, die auf der schmalen und steilen Fahrbahn ohne Radweg unterwegs seien, sagte Vizebürgermeister Dr. Jürgen Sklarek (MiFü). Diese Straße gehöre zudem zum Radwegenetz des Landkreises, ergänzte Heinrich Moser (Grüne). Richard Eck (UBG) und Stephan Ebner (CSU) fürchteten allerdings hohe Kosten für den Umbau der Straße zur Tempo-30-Zone. Auch die Schrimpfstraße am Buchendorfer Berg wird Tempo-30-Zone, so der einmütige Beschluss.

„Jetzt haben wir die einmalige Chance, Rad- und Fußgängerverkehr sicher zu gestalten“, appellierte Heinrich Moser (Grüne) in der Debatte um die Römerstraße Richtung Gilching. Im Zuge des Klimaschutzes gebe es jetzt eine höhere Akzeptanz für ein 30er-Limit auf der schmalen Fahrbahn, die auch Kinder Richtung Schul-Campus kreuzen. „Wir wollen doch alle aufs Rad bringen“, ergänzte Christiane Lüst (Soziale Ökologen). Dieses Ziel sei nur mit sicheren Radwegen und einer Verlangsamung des Kfz-Verkehrs zu erreichen, betonte Moser. Das sei eine Gängelung der Autofahrer als „Hauptverkehrsteilnehmer“, ärgerte sich Maximilian Platzer (CSU). Mit 7:6 beschloss der Ausschuss dennoch eine „Vorfahrtsstraße“ für Feuerwehr und Rettung – aber als Tempo-30-Zone.

Über die Germeringer Straße, dem Zubringer zur Autobahn, mit mühsam ausgehandeltem zeitlich begrenztem 30er-Limit am Schulcampus und an den beiden Kindertagesstätten redeten sich die Räte die Köpfe heiß. Laut Landratsamt muss auf dem verbleibenden Straßenabschnitt (350 Meter lang) für den fließenden Verkehr weiterhin Tempo 50 gelten. Mit 10:3 beschloss die Mehrheit, die jetzige Regelung beizubehalten. Sklarek empfahl, zusätzlich ein Schild „Freiwillig Tempo 30“ aufzustellen.

Voran geht es mit dem Radverkehr am Ort: Die Grubmühlerfeldstraße, Teil des kreisweiten Radwegenetzes Richtung nördliches Würmtal, wird ebenfalls Tempo-30-Zone. Langfristig soll diese Strecke über Grubmühl, Zugspitzstraße in Stockdorf und Mitterweg als interkommunale Fahrradstraße mit der Nachbargemeinde Krailling ausgewiesen werden. Geprüft wird eine Fahrradstraße von der Schulstraße im Zentrum über den entstehenden BRK- Mehrgenerationen-Campus bis zum Schwimmbad.

Nach langen Verhandlungen habe das Staatliche Bauamt dem gewünschten Radschutzstreifen an der stark befahrenen Bahnhofstraße bergauf zugestimmt, berichtete der Verkehrsplaner. „Wir sind einen großen Schritt weiter“, resümierte Heinrich Moser. Gegen die Stimme von Max Platzer (CSU) beschloss das Gremium das Gesamtverkehrskonzept Tempo-30-Zonen und Netzplan für Rad- und Fußverkehr. Die Maßnahmen sollen schrittweise umgesetzt werden.

Von Christine Cless-Wesle

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare