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Gauting als Unternehmensstandort (hier der zentrale Hauptplatz) ist bei zahlreichen Firmen beliebt. Die Nachfrage nach  bislang erst geplanten neuen Gewerbeflächen ist groß.

Wirtschaftsförderung

215 Unternehmen an Standort Gauting interessiert

Die Gemeinde Gauting plant neue Gewerbeflächen. Die Nachfrage ist beachtlich.

Gauting – Mit dem Wirtschaftsförderer im Gautinger Rathaus, Dr. Fabian Kühnel-Widmann, geht die Entwicklung von Gewerbeflächen voran. Obwohl die Arbeiten für den geplanten Handwerkerhof beim Penny-Kreisel noch nicht mal begonnen haben, ist die Nachfrage so groß, dass nicht alle Interessenten auf der 9500 Quadratmeter großen Gewerbefläche unterkommen, berichtete Kühnel-Widmann in der Gemeinderatssitzung. Firmen, die dort leer ausgingen, würden deshalb im geplanten „Gautinger Feld“ auf der anderen Seite der Ammerseestraße untergebracht.

Gauting benötigt neue Gewerbeflächen unbedingt, betonte der Wirtschaftsförderer. Das zeige die Nachfrage für die Gebiete. Allein 15 örtliche Firmen mit 100 Arbeitsplätzen hätten sich für den Handwerkerhof beworben. Um Flächen zu sparen, wollten sich dort auch Gautinger Firmen im „Tandem“ niederlassen. Eine Jury werde über die Vergabe entscheiden. In der zweiten Jahreshälfte sollen die Erschließungsmaßnahmen beginnen, sagte Kühnel-Widmann.

Zum weiteren neuen Gewerbegebiet „Gautinger Feld“ westlich der Asklepios-Kliniken würden Dietl Feinmechanik und Ideal-Maschinenbau von ihrem Übergangsquartier an der Grübmühlerfeldstraße umziehen. Auch Stanz Schmidt aus Stockdorf ist für diesen Standort vorgesehen. Mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad sei dieses Gewerbegebiet ab Bahnhof gut zu erreichen. 30 Betriebe könnten sich auf der 5,4 Hektar großen Fläche mit Parkhaus-Deck, Breitbandanschluss, Mittagsverpflegung und einer Ringerschließung für große Flexibilität ansiedeln.

Hoffnungsfroh blickt der Standort-Förderer auch auf den angepeilten Asto-Eco-Park mit Geothermie im Unterbrunner Holz. Mit dem benachbarten Gewerbegebiet Gilching Süd entstünden dort Synergien. Den neuen S-Bahn-Haltepunkt Weichselbaum wolle die Gemeinde Gauting forcieren. Auf dem dortigen Air-Tech-Campus Oberpfaffenhofen der BEOS AG liegen etwa fünf Hektar auf Gautinger Flur, erläuterte Kühnel-Widmann. Dort dürfe aber nur flugaffines Gewerbe „mit hohen Auflagen“ angesiedelt werden. Wegen des Luftverkehrs sei ein Bauen in die Höhe nicht möglich. Das Areal werde vom Eigentümer BEOS nur vermietet. Auf Nachfrage von Anne Franke (Grüne), ergänzte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger (CSU), dass die Erschließung des Flughafengeländes durch den Bau einer Straße bereits gesichert sei.

78 von 215 am Standort Gauting interessierte Unternehmen seien örtliche Firmen, der Rest sitze bereits im nördlichen Würmtal, etwa in Krailling, im nahen Gilching oder in der Stadt München. Nur sehr wenige kämen aus anderen Teilen Deutschlands, zerstreute der Wirtschaftsförderer Bedenken wegen Bevölkerungszuwachs und fehlender Infrastruktur. Die Anstellung des Wirtschaftsförderers habe sich gelohnt, resümierte Stephan Ebner (CSU). Leider komme diese Entwicklung für Gauting „drei Jahrzehnte zu spät“, bedauerte Wolfgang Meiler (BiG). 

Von Christine Cless-Wesle

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