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Die Zustimmung zum Insel-Konzept für das geplante Gewerbegebiet bröckelt.

Gewerbegebiet Gauting

Die Begeisterung für Insel-Konzept bröckelt

Gauting - Vor fünf Monaten hatten die Gautinger Grünen im Gemeinderat das Insel-Konzept für ein Gewerbegebiet in Nachbarschaft von Gilching-Süd mit Lob überschüttet. Jetzt distanzieren sie sich davon. Und finden Unterstützer in der SPD.

Nur gegen die Stimme von Stephan Ebner (CSU) hatte der Gautinger Gemeinderat im Juli die Aufstellung eines Bebuungsplanes für die Entwicklung eines begrünten Gewerbegebiets mit drei bebaubaren Inseln im Unterbrunner Holz beschlossen. Doch nach dem Verkauf des benachbarten Flughafen-Geländes in Oberpfaffenhofen wittern die örtlichen Grüne und die SPD dort raschere Realisierungschancen für ein Gewerbegebiet. „Noch vor Weihnachten bringen wir dazu einen Antrag ein“, erklärte Petra Neugebauer (SPD) gestern.

Zwei Tage zuvor hatte sich die Doppelspitze der Grünen mit einer Pressemitteilung zum Thema geäußert. Seit der Ära von Alt-Bürgermeister Dr. Ekkehard Knobloch habe Gauting einen Bebauungsplan für einen Teil des Flughafengeländes, der „flugaffines Gewerbe“ ermögliche, erinnert der frühere Grünen-Fraktionssprecher Professor Jürgen Schade. Das überplante Gautinger Areal auf dem Flughafengelände sei 4,4 Hektar groß. Richtung Norden könne es auf etwa 10 Hektar verlängert werden.“ Über die verlängerte Gilchinger Dornier-Straße sei dieses Areal an Gilching-Süd auch zügig anzuschließen.

„Wir brauchen Gewerbe“, sagt Ex-Sozialdemokrat Schade mit Blick auf den knappen Gautinger Etat. Das von Rathauschefin Dr. Brigitte Kössinger und dem Rat angesteuerte Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz (Insel-Konzept) „lehnen wir ab“. Damit legen die Grünen eine Kehrtwende hin: Denn ihre Gemeinderäte Beatrice Cosmovici und Jens Rindermann hatten noch im Juli für das durchgrünte Gewerbegebiet mit hochwertigen Bannwaldausgleichsflächen gestimmt. Nur ein Drittel des 70-Hektar-Umgriffs im Unterbrunner Holz soll bebaut werden. Anne Franke (Grüne) erklärte gestern: „Ich hätte da nicht mit gestimmt. Der Umgriff ist zu groß.“

Für Eva-Maria Klinger (CSU) kommt die von den Grünen angestoßene Kehrtwende nicht in Frage. Nach dem Verkauf des Flughafens könne Gauting auch dort kleinere Gewerbeflächen realisieren, räumt die Christsoziale ein: „Aber deshalb dürfen wir das andere nicht lassen.“ Das geplante Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz sei großteils im Eigentum der Gemeinde, „und bietet uns künftig Handlungsspielraum“. Für die CSU sei die Entwicklung der grünen Inseln daher „nicht obsolet“, betont Klinger. „Wir werden zu diesem ökologischen Gewerbegebiet stehen“, betont auch FDP-Fraktionssprecherin Britta Hundesrügge.

Nach dem Verkauf des Sonderflughafens „sollten wir unsere Chance nutzen“, fordert Petra Neugebauer (SPD) eine neue Debatte. Die SPD-Gemeinderätin stellt deshalb einen Antrag: „Es wäre höchst interessant, unser grünes Gewerbegebiet auf den Sonderflughafen zu verlegen, umweltverträglicher als im Unterbrunner Holz.“


Von Christine Cless-Wesle

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