Messerstecher von Grafing: Das Urteil ist gefallen

Messerstecher von Grafing: Das Urteil ist gefallen
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Die scheidende Pfarrerin Johanna Graeff (3.v.r. mit Tochter Margarete) verabschieden Pfarrerin Ulrike Dittmar, Vertrauensfreu Kristin Groß-Stolte, Dekan Stefan Reimers, Pfarrer Dr. Bernhard Liess sowie Cornelia Muschialik, Vorsitzende des Kirchenvorstands. 

Evangelische Gemeinde Gauting

Großer Abschied für Pfarrerin Johanna Graeff

Johanna Graeff ist in Gauting beliebt. Wer dafür eines Beweises bedurfte, fand ihn am Sonntag bei der Verabschiedung der Pfarrerin in der überfüllten Christuskirche.

GautingFrancis aus Nigeria war zu dem Gottesdienst in die evangelische Christuskirche gekommen, ebenso zahlreiche Ehrenamtliche vom Gautinger Helferkreis Asyl sowie, Kinder und Jugendliche, um die zweite Pfarrerin aus dem Würmtal zu verabschieden. Johanna Graeff hatte sich für Flüchtlinge in Gauting eingesetzt, bedankte sich Dekan Stefan Reimers bei der Seelsorgerin. „Ungern“ ließ er die Theologin und dreifache Mutter weiterziehen: Johanna Graeff übernimmt im fränkischen Röthenbach die erste Pfarrstelle. Ihr bisheriger Platz in Gauting bleibt bis zum 1. März kommenden Jahres verwaist.

Sangesfreudige Mädchen und Buben vom Evangelischen Kindergarten, Konfirmanden, Kirchenvorstands- und Gemeindemitglieder drängten sich anschließend beim Empfang im Walter-Hildmann-Haus, um von ihrer Pfarrerin Abschied zu nehmen.

„Kinder, Küche, Kirche“ – mit den milde belächelten „drei K“ eröffnete Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger ihre Ansprache. Diese Herausforderung habe Graeff mit Bravour bewältigt: Zur Einweihung der generalsanierten Grundschule neben dem Rathaus sei die Pfarrerin einfach mit ihrer jüngsten Tochter erschienen. „Zu unserer großen Freude“, so Kössinger, habe die Seelsorgerin vorgelebt, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf funktioniert. Und als 2015 der große Flüchtlingsstrom nach Bayern zog und im ehemaligen Komplex der Firma Apparatebau die zweite Sammelunterkunft in Gauting eröffnete, habe die Pfarrerin mit angepackt. Weil acht Flüchtlingskinder keinen Kita-Platz bekommen hatten, gründete Graeff an der Christuskirche die neue Spielgruppe mit Erzieherin Carola Hellwig. Im Konflikt um die von Anwohnern bekämpfte Asylbewerber-Unterkunft in einer Maschinenhalle an der Leutstettener Straße habe Johanna Graeff zwischen Bürgern, Helferkreis Asyl und Behörden vermittelt: Nach acht Jahren „hinterlassen Sie Spuren in Gauting“, dankte die Bürgermeisterin. Und: „Ich hoffe, Sie werden in Ihrer neuen Gemeinde genauso herzlich empfangen.“

Dekan Reimers dankte dem Kirchenvorstand mit der Vorsitzenden Cornelia Muschialik und Vertrauensfrau Kristin Groß-Stolte fürs tatkräftige Zupacken. Denn bis zum 1. September ist auch die erste Pfarrstelle noch vakant. Der Nachfolger für Dr. Günter Riedner, Klaus Firnschild-Steuer, zieht erst in den Sommerferien mit seiner Familie aus Franken nach Gauting (wir berichteten). Vor Ort ist momentan nur Pfarrerin Ulrike Dittmar. Dr. Bernhard Liess, der die Gautinger Gemeinde während der Vakanz leitet, hat seinen Hauptsitz an der Waldkirche Planegg.

Christine Cless-Wesle

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