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Vor bewusst wenigen Teilnehmern erinnert Gautings Bürgermeisterin an die Opfer der Gräueltaten des NS-Regimes.

Gedenken im Würmtal

Hebräisches Segenslied zum Abschied

Auch der Todesmarsch vom KZ Dachau durch das Würmtal jährt sich heuer zum 75. Mal. Aus diesem Anlass gab es am Wochenende am Mahnmal zur Erinnerung an den Todesmarsch ein kleines Gedenken.

Gauting – „Auch in dieser Katastrophenzeit müssen wir den Anfängen wehren.“ Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger appellierte bei einer Gedenkfeier am Mahnmal zur Erinnerung an den Todesmarsch aus dem KZ Dachau in den letzten Kriegstagen 1945 eindringlich, die Gräueltaten der Nazi-Diktatur nicht zu vergessen. Nach diesen Verbrechen laute die Aufgabe: „Nie wieder!“

„Unseren Freunden in Israel geben wir ein wichtiges Signal“, dankte der pensionierte Gymnasial-Lehrer Hans-Joachim Stumpf und Vorsitzende des Vereins „Gedenken im Würmtal“ der kleinen Gruppe von Teilnehmern an der Gedenkfeier. Wegen der Corona-Krise war auf eine Ankündigung dieser Veranstaltung verzichtet worden. Zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau und seiner Außenlager zogen etwa zwei Dutzend Gautinger mit Stumpf stumm die etwa 20 Schritte vom Parkplatz bis zum Mahnmal vor dem Jüdischen Friedhof.

Gedenken ohne Überlebende

Überall im Würmtal blieb es in diesem Jahr bei kleinen Gedenkfeiern, ohne Holocaust-Überlebende, ohne die Schülersprecher der drei Würmtaler Gymnasien, die den Stab der Erinnerung weitergeben und ohne Publikum. Auf www.gedenken-im-wuermtal.de im Internet hat der Vereinsvorsitzende Stumpf Videos der „virtuellen Gedenkzüge“ veröffentlicht. „Für unsere Freunde in Israel ist das eine wichtige Geste, dass wir ihnen zeigen, dass sie in diesen unsicheren Zeiten nicht vergessen sind“, sagte die Bürgermeisterin am Mahnmal.

Viele der geschundenen Häftlinge, die SS-Schergen noch kurz vor Kriegsende 1945 durch das Würmtal getrieben hatten, habe dieser Elendszug das Leben gekostet, sagte Kössinger: „So etwas darf nie wieder geschehen.“

„Friede sei mit Euch. Ihr erhabenen Engel kommt in Frieden. Ihr Boten des Friedens, gesegnet seid Ihr.“ Zum Finale sang Ursel Schaffert zur Gitarrenbegleitung ihres Manns Thomas, dem Leiter der Musikschule Planegg und Mitglied des Vereins „Gedenken im Würmtal“, das israelische Segenslied zum Sabbat auf Hebräisch. Tief berührt lauschten die wenigen Versammelten dem „Shalom!“ der Sängerin.

Christine Cless-Wesle

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