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Herzerwärmender Abschied für evangelischen Pfarrer Thomas Krusche in Stockdorf

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Verabschiedung in der Apostelkirche Stockdorf: Dekan Dr. Markus Ambrosy, die stellvertretende Vertrauensfrau Yvonne Leidenfrost, Pfarrerin Susanne Uhrich, Vertrauensmann Dr. Kilian Brodersen, Pfarrerin Elisabeth Kühn, Pfarrer Thomas Krusche, Vertrauensfrau Sabine Baumgärtner, Diakonin Nadja Wolf und Prädikantin Beatrix Esche (v.l.; alle Abgebildeten haben im Freien kurz die Maske fürs Foto abgenommen).
Verabschiedung in der Apostelkirche Stockdorf: Dekan Dr. Markus Ambrosy, die stellvertretende Vertrauensfrau Yvonne Leidenfrost, Pfarrerin Susanne Uhrich, Vertrauensmann Dr. Kilian Brodersen, Pfarrerin Elisabeth Kühn, Pfarrer Thomas Krusche, Vertrauensfrau Sabine Baumgärtner, Diakonin Nadja Wolf und Prädikantin Beatrix Esche (v.l.; alle Abgebildeten haben im Freien kurz die Maske fürs Foto abgenommen). © Dagmar Rutt

Nach 14 Jahren in Stockdorf und 37 als evangelischer Pfarrer geht Thomas Krusche in den Ruhestand. Seine Verabschiedung am ersten Advent war von viel Herzlichkeit und menschlicher Wärme geprägt.

Stockdorf – „What a wonderful world“ sang der Stockdorfer Gospelschor „Wings of Joy“ (Flügel der Freude) zum Einzug von Pfarrer Thomas Krusche mit Dekan Dr. Markus Ambrosy: Am ersten Advent bereiteten Gläubige, Kolleginnen von der Waldkirche Planegg und der katholische Amtsbruder Dr. Guy-Angelo Kangosa-Kapumba dem scheidenden evangelischen Pfarrer Thomas Krusche in der Apostelkirche einen musikalisch umrahmten Abschied. Denn nach 14 Jahren in Stockdorf geht der 65-jährige Seelsorger in Ruhestand.

„Abschied bringt auch etwas Neues“, sagte die Planegger Pfarrerin Elisabeth Kühn Richtung Krusche und seiner Frau Doris und dankte, „für den Segen, den du uns gebracht hast“. Denn seit der Fusion 2018 gehört die kleine evangelische Gemeinde Stockdorf zur Waldkirche Planegg. Von der Empore erklingt ein kräftiges Friedenslied des von Felix Starzonek geleiteten Gospelchors. Nach der 2G-Regel, mit Abständen, war die von dem unvergessenen Stockdorfer Architekten Jakob Haider Ende der 1950er-Jahre geplante, schlichte Kirche mit dem über dem Fensterlichtband schwebenden Dach am ersten Advent ausgebucht. Nach fast zwei Jahren Corona, das den Menschen „wie Blei in den Knochen liege, bräuchte es Politiker, die entschlossen handeln, sagte Krusche in seiner Predigt. Doch ohne Aufbruch gebe es leider auch keine Ankunft. Indes sei die Bibel voll von hoffnungsvollen Aufbrüchen wie der Geschichte der Arche Noah oder dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, das erst nach Jahren Wanderung durch die Wüste im gelobten Land ankam. Nur wer in dieser Zeit aufbreche, in der Ärzte und Pflegekräfte um Menschenleben kämpften, Angehörige trauerten, Menschen unter Existenzängsten litten, „kommt auch an“, so Krusche. „Glaube ist der Vogel, welcher singt, wenn die Nacht noch dunkel ist“, sagte der scheidende Pfarrer und erklärte so das Prinzip Hoffnung.

Zur Orgelbegleitung von Sabine Herrmann intonierte der Gautinger Schauspieler und Musiker Matthias Friedrich auf seiner Violine danach einen beschwingten Walzer von Dimitri Schostakowitsch. „Menschen zusammenbringen, ihnen Wärme geben“, das sei Krusche in insgesamt 37 Jahren Dienst als evangelischer Pfarrer gelungen, so Dekan Dr. Markus Ambrosy. „Ein schwerer Schlag“ war jedoch der Brand der Uttinger Kirche, wo Krusche einst ordiniert wurde. Aber das Feuer mahne auch, „dass nichts für die Ewigkeit und alles vergänglich ist“, betonte Ambrosy. Er entband den Pfarrer danach offiziell von seinen Amtspflichten.

Überraschung: Zum Violin-Solo von Friedrich zogen Mädchen und Buben vom Stockdorfer Kindergarten „Vogelnest“ mit ihren Erzieherinnen in die Apostelkirche ein und überreichten dem frisch gekürten Pensionisten einen Adventskorb, aber auch eine Schultüte für den Neustart als Ruheständler. „Diese Herzlichkeit und Wärme“, die Krusche gegeben habe, komme hier zurück, dankte Gautings Vize-Bürgermeister Dr. Jürgen Sklarek.

Zum Finale erinnerte Pfarrer Klaus Firnschild-Steuer daran, dass Krusche den Theaterabend „Auf nach Europa!“ zum nach wie vor brisanten Thema Flüchtlinge initiiert habe. Er hoffe, dass sein Amtsbruder nicht für immer den Talar ablegen und gelegentlich nach Gauting oder Stockdorf zu Vertretungen kommen wird. Firnschild-Steuer bat Krusche gleich mal um seine neue Telefonnummer in München.

Christine Cless-Wesle

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