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Symbolbild

Afrikakreis

Hilfe aus Stockdorf trägt Früchte

Der Afrikakreis freut sich über die Inbetriebnahme des Gymnasiums in der Hauptstadt von Burkina Faso, Ouagadougou. Das Projekt wird von Stockdorf aus tatkräftig unterstützt.

Stockdorf – „Wir sind froh und dankbar, dass wir mal wieder direkten Kontakt hatten“, freut sich Jutta Jecht, Vorsitzende des Afrikakreises Stockdorf. Der Musiker Florian Volkmann (45) hatte heuer die von der Stockdorfer Initiative geförderten Schulprojekte von Pater Pierre Nikiema in Burkina Fasos Metropole Ouagadougou in Westafrika besucht. Das Wichtigste sei derzeit der Bau eines Gymnasiums, berichtet Jutta Jecht. Und fügt hinzu: „Dass wir bei uns keine Flüchtlinge aus Burkina Faso haben, liegt auch an unserer Unterstützung der Schulbildung.“

Volkmann war zum zweiten Mal in der westafrikanischen Metropole. Schon früher hatte der Weßlinger eine Gruppe Gautinger Gymnasiasten begleitet. Heuer hat Volkmann nicht nur die Schulprojekte von Pater Pierre Nikiema besucht, sondern auch das legendäre Operndorf des verstorbenen Künstlers Christoph Schlingensief. Beim Afrikatag in Stockdorf hatte Volksmann von seinen Reiseeindrücken berichtet.

Bildung ist in Westafrika ein Luxusgut. Auf dem Land der ehemaligen französischen Kolonie leben noch zu 90 Prozent Analphabeten. Die Kinder hätten daher „eine wahnsinnige Lust“ zu lernen, erzählte Volkmann. Bei seinem Besuch im Februar stand das Gymnasium erst im Rohbau. Denn für die Genehmigungen müsse Schulleiter Pierre Nikiema viele Hindernisse überwinden. Inzwischen seien alle Hürden genommen. Die erste Klasse werde seit September unterrichtet.

Für eine bessere Bildung plane die Regierung von Burkina Faso inzwischen viele weiterbildende Einrichtungen. Als sich die Stockdorfer vor 27 Jahren entschlossen hatten, Pater Pierre Nikiema zu unterstützen, habe die Zahl der Analphabeten in Burkina Faso noch bei 96 Prozent gelegen. Auch Kinder hätten arbeiten oder auf ihre kleineren Geschwister aufpassen müssen, erinnert sich Jecht. Als Anreiz förderten die Stockdorfer deshalb vor allem die Schulspeisung. 1700 Kinder an Pater Pierres Schulen werden mit Spenden aus dem Würmtal unterstützt.

Die heute 82-jährige Jutta Jecht war vor neun Jahren selbst vor Ort mit ihrer Kollegin Hildegard Münstermann vom Forum Eine Welt Gauting. In Randgebieten der Metropole, wo die Armen lebten, sei die Not nach wie vor groß, erläutert sie. Im Frühjahr habe ein heftiger Sturm das Dach einer Schule hinweggefegt. „Da kam wieder ein Hilfeschrei“ – nach Baumaterial. Beim Schulbau packten dort alle mit an – auch die Lehrer. Pater Pierre betone stets, wie dankbar er für die Hilfe aus Stockdorf sei. „Jeder kleine Beitrag hilft, ein Schüsselchen zu füllen“, bittet Jutta Jecht um weitere Spenden.

Weil das westafrikanische Volk friedliebend sei, investierten mehrere europäische Staaten dort in die Bildung. Das verhindere Fluchtbewegungen aus Burkina Faso nach Europa Die 82-Jährige weiß, wovon sie spricht. Jutta Jecht ist auch in der Stockdorfer Flüchtlingshilfe aktiv.

Wer helfen will „Forum Eine Welt“ IBAN: DE70 7009 3200 0000 1139 30, Stichwort Burkina Faso.     Christine Cless-Wesle

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