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Seelsorgerin aus Leidenschaft: Andrea Borger kommt als zweite Pfarrerin an die Christuskirche in Gauting.

Christuskirche

Halbe Stelle lässt Zeit für Zusatzausbildung

Andrea Borger wird im Sommer die zweite Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Gauting.

Gauting – Verblüfft ist Pfarrerin Andrea Borger über die Rücken an Rücken stehenden Bücher im Büro ihres Gautinger Amtskollegen Klaus Firnschild-Steuer. In ihrer eigenen Bibliothek in der Gemeinde der Himmelfahrtskirche München-Sendling herrsche weniger Ordnung, bekennt die Theologin mit fröhlichem Lachen.

Der Besuch der Seelsorgerin in Gauting hat einen Grund: Am 1. Juli wird Andrea Borger (57) die zweite, halbe Pfarrstelle an der Christuskirche übernehmen. „So nach zehn Jahren ist es Zeit für einen Wechsel“, meint Andrea Borger. Deshalb hatte sich die geschäftsführende Pfarrerin der Himmelfahrtskirche auf mehrere Ausschreibungen beworben.

Die Gelegenheit für einen Neuanfang war günstig: Ihre Tochter hatte nach dem Abitur 2017 ihr Psychologiestudium in Klagenfurt begonnen, erzählt die alleinerziehende Mutter. Doch mit einer Vollzeitstelle bei der Bayerischen Landeskirche wurde es erst mal nichts: „Da war ich zunächst beleidigt“, sagt die Pfarrerin, die in München-Sendling 6900 Gläubige betreut.

„Eine Person, die begeistert ist für Gottesdienstgestaltung in jeder Form.“ Als Andrea Borger diese Ausschreibung für Gauting las, bewarb sie sich – und wurde unter mehreren Kandidaten ausgewählt. „Das Miteinander im Liturgischen ist mir sehr wichtig“, erklärt sie. Einen Vorteil hat die halbe Stelle in Gauting aber auch: „Es bleiben mir Kapazitäten für meine begonnene Ausbildung als Supervisorin.“ Supervision helfe überall, betont die Seelsorgerin. Man lerne eine besondere Gesprächshaltung, um andere Menschen auf ihrem beruflichen Weg zu unterstützen. Aber auch für den Umgang mit Kollegen oder ihre Arbeit als Seelsorgerin sei Supervision wertvoll.

Andrea Borger blickt vom Pfarrbüro hinüber zur Christuskirche, erbaut vom Jugendstil-Architekten Theodor Fischer. Mitte Dezember hat die bisherige Pfarrerin der Himmelfahrtskirche dort schon ihren ersten Gottesdienst mitgefeiert: „Das war eine sehr angenehme Atmosphäre: Ich stand mit den Gemeindemitgliedern beim Abendmahl im Kreis – ohne mich befangen zu fühlen.“

Noch weiß Andrea Borger nicht, was sie bei ihrem Amtsantritt am 1. Juli in Gauting erwartet: „Ich muss mit Pfarrer Firnschild-Steuer erst planen.“ Ihre Schwerpunkte seien jedenfalls Kinder und Familienarbeit, sagt Andrea Borger. Eines weiß sie allerdings schon. „Zu meiner Dienstwohnung auf dem gegenüberliegenden Hügel“ am Buchendorfer Berg werde sie zumeist radeln, sagt die sportliche, in Landshut aufgewachsene Oberfränkin. Auch auf die Ehrenamtlichen aus den Vereinen am Ort und die Zusammenarbeit mit dem Ambulanten Hospizdienst sei sie schon neugierig. „Mit Freuden gehe ich auch ins Kino“, lobt die neue Pfarrerin an der Christuskirche das „Breitwand“ am Bahnhof, das sie schon entdeckt hat.

cc

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