Noch immer einige Störungen: Erhebliche Verzögerungen auf der Stammstrecke

Noch immer einige Störungen: Erhebliche Verzögerungen auf der Stammstrecke
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Anstoßen auf die Partnerschaften: Im Herbst wurde das 15-Jährige der Partnerschaft zwischen Gauting und Patchway gefeiert – natürlich mit den französischen Freunden aus Clermont l’Hérault. Diese Partnerschaft ist dreimal so alt ist. Damals stießen John Thomas, Elaine Martin (2. Bürgermeisterin von Patchway), Dr. Brigitte Kössinger, Salvador Ruiz (Bürgermeis ter Clermont l’Hérault ), Renate Dengler und Andre Bartez (v.l.) an. Der Verein kümmert sich um alle Partnerschaften, doch droht ihm nun wegen Personalmangels die Auflösung. 

Partnerschaftsverein

Nach zwei Jahrzehnten droht das Aus

Der deutsch-französische-englische Partnerschaftsverein in Gauting wird sich vermutlich an diesem Mittwoch auflösen müssen. Der Grund ist personeller Art: Es gibt bisher keine Nachfolger für das scheidende Vorstandsteam.

Gauting – „Wir werden zur Wahl nicht mehr antreten.“ Das betont Renate Dengler (72), die Vorsitzende des deutsch-französisch-englischen Partnerschaftsvereins (dfev), auch wenige Tage vor der Mitgliederversammlung an diesem Mittwoch (21. Februar, 19.30 Uhr, „Forestella“ am Münchner Berg). Und weil sich bislang kein Nachfolge-Team gemeldet hat, wird sich der Verein knapp zwei Jahrzehnte nach seiner Gründung und ausgerechnet im 45. Jahr der Partnerschaft zwischen Clermont l’Hérault und Gauting voraussichtlich auflösen.

„Mir würde damit ein wichtiges Standbein wegbrechen“, sagt Wilhelm Rodrian. Der Umweltbeauftragte ist im Gautinger Rathaus auch für die Partnerschaften mit Clermont l’Hérault und dem englischen Patchway zuständig. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Jubiläums-Besuch in Clermont l’Hérault auf Hochtouren: An Pfingsten, vom 18. bis 21. Mai, wird in Südfrankreich das Fest zum 45-Jahr-Jubiläum steigen. 1973 hatten die damaligen Bürgermeister Josef Cischeck und Senator Marcel Vidal die Partnerschaft begründet. Es war damals eine der ersten deutsch-französischen Partnerschaften im Landkreis Starnberg. Wenn sich der Verein, wie von Renate Dengler schon im Vorjahr angekündigt, bei der anstehenden Neuwahl auflöst, „käme ich ganz schön ins Schwitzen“, sagt daher Rodrian. „Dann würde die ganze Unterstützung durch die Ehrenamtlichen wegfallen.“

Renate Dengler sieht derzeit aber keine andere Möglichkeit: „Wir haben das schon vor zwei Jahren rechtzeitig angekündigt“, sagt sie. Die Vereinsspitze sei überaltert. „Aus gesundheitlichen Gründen“ trete der jetzige Vorstand mit Vize Ulrike Starp, Stefan Schmidt-Burk und Ehefrau bei der anstehenden Wahl am Mittwoch nicht mehr an. Bisher habe sich aber nur ein einzelner Kandidat für die Nachfolge gemeldet. Auch das angebotene Programm mit Bus-Ausflügen, Vorträgen, Kunstführung und Stammtisch im „Forestella“ finde bei den etwa 100 Mitgliedern nur noch „wenig Resonanz“, bedauert Renate Dengler.

Dabei hat die Noch-Vorsitzende schon Hoch-Zeiten mit blühenden Städtepartnerschaften erlebt. Sie war früher Rathaus-Mitarbeiterin im Amt für Öffentlichkeit – und dort auch für die Partnerschaften zuständig. 1999 war sie mit dabei, als eine Delegation um die damalige Vize-Bürgermeisterin Brigitte Servatius in der späteren südenglischen Partnerstadt Patchway zum Erkundungsbesuch weilte und als sich im selben Jahr der dfev gründete. „2002 setzte Patchways Bürgermeisterin Eve Orpen ihre Unterschrift unter die Urkunde“, erinnert sich Renate Dengler.

Über den dfev hat sich die Vorsitzende auch mit Erfolg für die Schul-Charta und den Jugendaustausch eingesetzt. Erst im vergangenen August war eine Jugendgruppe aus Gauting mit Künstlerin Rosemarie Zacher in Patchway. Auch den Kontaktwunsch der Musikschule Gauting nach Clermont l’Hérault habe der Verein erfüllt.

Nun also droht das Aus. Sie werde Wilhelm Rodrian zwar weiter unterstützen, sagt Renate Dengler, aber: Dafür müsse im Rathaus erst einmal ein offizielles Gremium oder ein Beirat gegründet werden, der für die Städtepartnerschaften zuständig ist.

Christine Cless-Wesle

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