Die Computervisualisierung vermittelt einen Eindruck von dem geplanten Wohn- und Geschäftshaus in Nachbarschaft des alten Bahnhofgebäudes (r.) in Gauting. Foto: Sontowski & Partner

Neubauplanung

Investor wirbt fürs Verkehrskonzept

Das Neubauprojekt auf dem früheren Schulgelände beim Gautinger Bahnhof ist umstritten. Seine Zukunft hängt von einem Bürgerentscheid ab. Der Investor versucht, gute Stimmung zu verbreiten. Bei einem weiteren Infomarkt ging es um das Thema Verkehr.

Gauting– Sind 42 oberirdische Kundenstellplätze für den Edeka- und den Drogeriemarkt im geplanten Wohn- und Geschäftshaus an der oeberen Bahnhofstraße in Gauting überhaupt ausreichend? Das wollten die meisten Bürger wissen, die den Infomarkt der Investorengruppe Sontowski & Partner in der früheren Bahnhofspizzeria besuchten. Das berichtete am Freitag Benedikt Hesselhauf, Direktor der vom Investor beaufragten Kommunikationsagentur Feldhoff & Cie.

Die Gegner des Neubauprojekts und Initiatoren des Bürgerbegehrens ziehen Vergleiche zum Edeka-Großmarkt im Ortsteil Stockdorf. Dort gibt es für 1600 m² Verkaufsfläche 100 Stellplätze, bestätigte Stephan Meier, Geschäftsführer von Sontowski &Partner. Die beiden Standorte seien aber auch nicht vergleichbar, schob er im gleichen Atemzug nach. Abgesehen von den nächsten Nachbarn führen die anderen Kunden mit Autos zum Wocheneinkauf nach Stockdorf. Am Standort beim Gautinger Bahnhof sei die Situation anders. Wegen der „zentralen, innerörtlichen Lage“ sei der dort geplante Einzelhandel bequem zu Fuß oder mit dem Radl erreichbar. Zudem nutzten viele Pendler solche Gelegenheiten für „kleinere Tascheneinkäufe“. Der Erfahrungswert von Edeka in ganz Deutschland zeige, dass bei ähnlich zentralen Märkten die Nutzer häufiger pro Woche kämen – und ihr Auto dabei auf dem P&R-Platz stehen ließen.

„Wir betrachten die vorgesehenen 42 Pkw-Stellplätze für den Einzelhandel in dieser absolut zentralen Lage als ausreichend“, bestätigte Stefan Kellermann vom Münchner Expansionsbüro der Handelsgesellschaft Edeka Süd. Denn zentrale Lage, Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel und „kundenfreundliche, ebenerdige Stellflächen“ seien im Sontowski-Plan enthalten. Anders als von den Gegnern des Bürgerbegehrens behauptet, gebe es auch ein fertiges Verkehrskonzept, sagte Sontowski-Architekt Johannes Pohl. Bergauf sei an der Bahnhofstraße ein separater Radweg vorgesehen, erläuterte Verkehrsplaner Helmuth Ammerl. Bergab entstehe ein Schutzstreifen.

Die Kfz-Zahl an der Bahnhofstraße werde sich wegen des allgemeinen Bevölkerungszuwachses bis 2030 von heute 11 000 auf künftig 12 500 erhöhen, prognostizierte Ammerl. Doch nur 1200 Auto-Fahrten am Tag entfielen auf Edeka- und Drogeriemarkt. Weitere 1700 Fahrten entfielen auf den neuen Gebäudekomplex mit seinen 60 Wohnungen und Praxen sowie zum P&R-Platz beim Bahnhof. Für 4,8 Millionen Euro plane die Gemeinde dort ein Parkdeck mit 250 Stellplätzen. Der Fußweg an den Schaufenstern der beiden Märkte werde auf vier Meter verbreitert, so der Verkehrsplaner. Und es würden zehn zusätzliche Längsparker an der Bahnhofstraße angelegt. Die Bahnhofstraße werde an der Einmündung Ammerseestraße umgebaut und mit einer eigenen Abbiegespur ausgestattet.

Christine Cless-Wesle

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