+
Gerade werden die Jungrinder betäubt.

Nach zwölf Tagen Flucht

Die Kälber von Hausen sind gefangen!

Das glückliche Ende ist da: Nahezu alle der rund 50 ausgebüxten Färsen der Familie Führer sind seit Dienstagnachmittag wohlbehalten zurück in ihrem Stall in Hausen.

Hausen - Neun der zuletzt noch vermissten zehn bis elf Tiere hatte Experte Professor Henning Wiesner mit seinem Betäubungsblasrohr ins Reich der Träume befördert. Als sie schliefen, zogen Helfer des Veterinäramtes und Landwirt Georg Führer die Färsen in bereitgestellte Anhänger.

Führers Plan ging voll auf: Nachdem die Jungrinder in den vergangenen Tagen häufiger an der Bahnlinie im Wald zwischen Hausen und Königswiesen gesichtet worden waren und auch den Bahnverkehr störten, errichtete der Landwirt am Dienstag ein kleines Gehege mit einem massiven Bauzaun. Zum Wald hin ließ er es ein Stück weit offen. Als Lockvogel muhte in der Mitte eine Färse. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. 

Um die Mittagszeit gesellte sich die erste Färse zu ihrer Artgenossin, die übrigen Tiere folgten wenig später. Professor Wiesner, ehemaliger Direktor des Tierparks Hellabrunn, hatte wenig Mühe, die Kalbinnen zu betäuben. Im Autoanhänger bekamen sie dann alle einen Schluck Kaffee in dem Mund gespritzt, damit sie schneller wieder aufwachen. 

Das sei beim Transport besser für ihren Kreislauf, hieß es. Landwirt Führer stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, obwohl noch immer ein oder zwei Tiere abgehen. „Wir müssen jetzt erst mal Kassensturz machen“, sagte er. Am Abend wollte er alle Tiere zählen, um Gewissheit zu haben, wie viele noch fehlen. 

Er bedankte sich ausdrücklich bei allen Helfern, dem Landratsamt und der Polizei für ihren Einsatz. Die Färsen dürften sich auch freuen, zurück im Stall zu sein. Schließlich ist das Nahrungsangebot dort deutlich größer als im Wald. Laut Amtstierarzt Dr. Stefan Gantke hätten sie aber auch in Freiheit genug zu fressen gefunden und wären problemlos über den Winter gekommen. Gewünscht hatte sich das freilich niemand. jvr

Ausgebüxte Kälber endlich eingefangen: Bilder

Ausgebüxte Kälber in Starnberg: Die Jagd in Bildern

jvr

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Live-Ticker: So läuft die Wahl in der Region Starnberg
Wann gibt‘s die ersten Ergebnisse im Wahlkreis Starnberg-Landsberg/Lech? Wie haben unsere Wähler abgestimmt? Was sagen die Kandidaten und Parteien? Alle Infos, …
Live-Ticker: So läuft die Wahl in der Region Starnberg
Darum schweigen die Glocken 
In Gauting schweigen die Glocken: Wegen Problemen im Glockenturm der Frauenkirche ist das Geläut abgeschaltet.
Darum schweigen die Glocken 
Wie verkauft man ein Haus für 20 Millionen Euro?
9800 Euro Miete. Im Monat. Plus Nebenkosten. Selbst im hochpreisigen Landkreis Starnberg ist das Mietangebot, das vor wenigen Tagen in den einschlägigen Internetportalen …
Wie verkauft man ein Haus für 20 Millionen Euro?
„Wir gehen wählen“
Fast 110 000 Frauen und Männer im Landkreis sind aufgerufen, den neuen Bundestag zu wählen. Für Michael Dudkowiak (18) eine Premiere, für Anneliese Schönnenbeck (98) die …
„Wir gehen wählen“

Kommentare