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Der Künstler bei der Arbeit: Jusef Unland aus Murnau - hier eine Aufnahme aus dem März - hat nach seiner eigentlichen Arbeit den Waldbesuchern in Buchendorf noch einige Kunstwerke hinterlassen. Allerdings haben Diebe mittlerweile auch dieses Stillleben mit Bäumen und einem Haus abgesägt und gestohlen.

Abgesägt und mitgenommen

Kahlschlag bei der Kettensägenkunst: „Das ist eine riesengroße Sauerei“

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Die Buchendorfer sind stinksauer: Da zauberte ihnen Kettensägenvirtuose Josef Unland mehrere Kunstwerke in den Wald. Und dann kamen Unbekannte und klauten sie einfach.

Buchendorf – Aleksandra Kolenc-Geuter kann es immer noch nicht fassen. Immer wieder ist sie bei ihren Spaziergängen durch den Wald bei Buchendorf gern an den Kunstwerken vorbeigelaufen, die Josef Unland aus Murnau dort geschaffen hat.

Und auf einmal sind zwei der Holzskulpturen verschwunden. Man sieht noch genau, wie die Diebe die Kettensäge angesetzt haben, um die schöne Blume und das Stillleben mit Bäumen und einem kleinen Haus abzusägen. „Jeder, den ich getroffen habe, hat sich unfassbar darüber aufgeregt“, sagt Kolenc-Geuter, die den Diebstahl auch mit der Kamera dokumentierte. Josef Unland hatte in seiner Freizeit diese ganz besonderen Kunststückchen mit seiner Kettensäge geschaffen, wenn ihm nach den Kettensägen-Lehrgängen, mit denen er sein Geld verdient, noch Zeit blieb (wir berichteten). Natürlich in Absprache mit den Waldbesitzern und Förstern, die das nicht nur begrüßten, sondern extra höhere Baumstämme stehen ließen, damit Unland seiner Leidenschaft nachgehen konnte.

„Gerade die Kinder waren immer ganz begeistert, wenn sie mitten im Wald etwas so aufregendes entdecken konnten“, sagt Aleksandra Kolenc-Geuter. Sie vermutet, dass irgendjemand die Skulpturen abgesägt hat, um sie mit nach Hause zu nehmen. „Der soll keine Freude daran haben, wenn er sich die Sachen in den Garten stellt“, sagt sie weiter. Und appelliert an alle, die Augen offen zu halten, was in ihrem Nachbargarten passiert. Bei der Polizeiinspektion in Gauting wurde bislang noch keine Anzeige erstattet, hieß es dort auf Nachfrage des Starnberger Merkur.

Allerdings werde man nun regelmäßig in der Gegend Streife fahren, versprachen die Beamten. Auch sie werden die Augen offen halten, ob irgendwo noch einmal die Kunstwerke auftauchen. Kettensägenkünstler Unland hat derweil schon gehört, was mit seinen Werken passiert ist. „Das ist eine riesengroße Sauerei“, sagt er im Telefonat mit unserer Zeitung. Dabei geht es ihm weit weniger um ihn und all die Arbeit, die er sich gemacht hat. „Aber die Leute aus Buchendorf sind richtiggehend aufgelöst“, sagt er. Immer wieder würde jemand bei ihm anrufen und berichten, was da passiert ist.

„Ich verstehe es nicht. Irgendein Volldepp läuft in den Wald und sägt die Sachen ab, an denen sich alle erfreuen können, um sie bei sich im Garten aufzustellen“, sagt Unland. Einen Schaden beziffern kann er nicht. Er schnitzt seine Sachen, um anderen eine Freude zu machen, nicht um Geld zu verdienen: „Ich habe noch nichts verkauft. Wenn, dann verschenke ich die Sachen.“

Da er in ganz Bayern unterwegs ist, um Menschen im richtigen Umgang mit der Kettensäge zu unterweisen, finden sich auch in zahlreichen Wäldern seine Kunstwerke. Gerade ist er in der Nähe von Bad Kohlgrub unterwegs. Aber so herzlich aufgenommen worden wie in Buchendorf seien er und seine Kunst nirgendwo, sagt er.

Das ist ihm in Erinnerung geblieben. Die Menschen, die ihn im Wald besuchten, bei seiner Arbeit zuschauten, mit ihm ratschten. Daher verspricht Unland: „Ich bin demnächst noch einmal in Buchendorf. Und dann mache ich ein paar neue Kunstwerke für die Kinder und Spaziergänger.“

Dafür wäre allerdings wichtig, dass die Kunstwerke dann auch dauerhaft im Wald stehen bleiben und möglichst viele Menschen erfreuen können. Umso wichtiger ist es, dass die dreisten Diebe mit der Kettensäge dingfest gemacht und bestraft werden. Wer also etwas beobachtet hat oder eines der abgebildeten Kunstwerke zufällig in Nachbars Garten entdeckt, der sollte sich schnell an die Polizeiinspektion in Gauting, z (0 89) 8 93 13 30 wenden und den Beamten einen Tipp geben.

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