Klimapakt

Kritik an abgespeckten Maßnahmen

Gauting – Die Gemeinde Gauting beteiligt sich am Klimapakt. Doch dafür wird nach Ansicht der Grünen zu wenig Geld in die Hand genommen.

Unzufrieden mit den örtlichen Maßnahmen zum Klimapakt Bayern ist die Grünen-Fraktion: In Gauting hätte Klimaschutz keinen Stellenwert mehr, rügte Jens Rindermann (Grüne) in der jüngsten Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses. Mangels Geld hatte der örtliche Umweltbeauftragte Wilhelm Rodrian das Paket abgespeckt. Statt eines Wärme-Netzes für Wohnquartiere gebe es nur Ausstellungen und Aufklärungsaktionen zur Energiewende „die nichts kosten“, ärgerte sich Rindermann. 

Wie in Krailling: Quartierslösungen für mehrere Häuser

Das Ziel ist klar: Bis zum Jahr 2035 will der Kreistag die hiesige Region zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien versorgen. Deshalb planen die Umweltbeauftragten der Rathäuser bereits eine gemeinsame Image-Kampagne zur Solarenergie, erläuterte Rodrian. Außerdem habe die kreisweite Steuerungsgruppe in der Klimaschutzwerkstatt einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erarbeitet. Für Gauting hat Rodrian drei Projekte ausgewählt: Energiewende werde 2016 festes Thema in den Bürgerversammlungen. Ausstellungen zu Klima-, Ressourcenschutz und zur Energiewende sind ebenfalls geplant. Um den Wechsel aufs Elektro-Auto zu fördern, will Rodrian heuer auch das Netz mit öffentlichen E-Lade-Stationen am Ort ausbauen – zum Beispiel am Bahnhof oder vor Supermärkten. 

Peter Drausnigg, Noch-Geschäftsführer des Regionalwerks Würmtal mit Sitz im Gautinger Bahnhofsgebäude, prüfe auch kommunale Wärmenetze, berichtete Rodrian. Wie in der Nachbargemeinde Krailling würden dabei so genannte Quartierslösungen für mehrere Häuser angestrebt. Für Krailling hatte der externe Energieberater ein Blockheizkraftwerk empfohlen – ergänzt durch Solarstrom von Photovoltaikanlagen auf den Dächern (wir berichteten). Bei der Verwirklichung der Klimaschutz-Projekte in Gauting habe er sich an den „reduzierten Haushaltsstellen“ orientiert, so Rodrian weiter.

Bürgermeisterin: Bisherige Investitionen "nicht nur Pipifax"

 „Was Sie sagen, drückt den Stellenwert aus“, erklärte Rindermann (Grüne) trocken: Die Energiewende am Ort „darf nichts kosten“. Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger widersprach: Schon getätigte Investitionen in die LED-Beleuchtung an den Schulen sei ja auch ein Beitrag zum Klimaschutz „und nicht nur Pipifax“. Der Umweltbeauftragte Rodrian resümierte: „Ich kann nur das machen, wofür Sie mir Haushaltsmittel bewilligen.“ Einstimmig wurden danach die drei genannten Maßnahmen für 2016 befürwortet. Energiemanagement mit weniger Verbrauch in kommunalen Liegenschaften, wie zum Beispiel Schulen, will der Umweltbeauftragte Rodrian ab 2017 einführen. Doch laut Klimapakt-Katalog bräuchte die Gemeinde dafür ein externes Fachbüro. Und das kostet bekanntlich.

Von Christine Cless-Wesle

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